Montag, 10. April 2017

Mit dem Megamarsch Hamburg 2017 unterwegs auf dem zweiten grünen Ring (Nordhälfte)

Als "(Groß)vater" eines "Hamburger Hunderters", allerdings in ganz kleinem Rahmen, hatte mich diese Großveranstaltung "Megamarsch Hamburg" mit 1000 Teilnehmern  (anstelle von meistens nicht mehr als 10 Leutchen) schon im Vorfeld interessiert.

Einiges schien mir doch recht unausgegoren im Vorfeld, ich habe darüber hier geschrieben. Aber jetzt da mal "Schwamm drüber"

Zunächst war ich etwas angesäuert, als ich nach kritischen Beiträgen aus der Vorbereitungsgruppe des Megamarsches bei Facebook geflogen bin aber im Laufe der Zeit entwickelte sich ein konstruktiver Dialog mit den beiden Initiatoren Frederick und vor allem mit Marco.

Daher sei vorweggeschickt: 
Ich sehe zwar so manches kritisch und würde einiges anders machen, aber ich fand den Umgang mit den Initiatoren stets sachlich und freundlich und dieser Eindruck hat sich auch nach dem persönlichen Kennenlernen beim Megamarsch bestätigt. Die beiden sind für konstruktive Kritik wirklich offen, sind schnell mit ihren Veranstaltungen gewachsen und lernen eben noch. Da ist es leicht als "alter Hase" nach so einigen Märschen von 100km und mehr etwas besserwisserische Ratschläge zu geben oder auch als "Erfinder eines Hamburger Hunderters" bzw als jemand der schon seit Jahren immer mal wieder für den 2 grünen Ring als Wanderweg geworben hat, beleidigt zu sein. 

Bin ich aber nicht.

Auf er anderen Seite bin ich kein Teil des Teams Megamarsches und bin auch nicht als offizieller Starter dabei gewesen sondern ehr als mitmarschierender Beobachter und Berichterstatter ganz neutral und unabhängig und mit eigener Verpflegung unterwegs.

Dies nur einmal vorweg geschickt damit ihr meinen Bericht und auch meine Einschätzung des Marsches sowie meine Vorschläge richtig einordnen könnt.

Ich versuche mal etwas Struktur reinzubringen.

1. Wie war es denn nun?
2. Was waren die Rückmeldungen und Reaktionen unter den Teilnehmern
3. Welche konstruktiven (freundlich gemeinten) Vorschläge habe ich wie man den Marsch weiter optimieren könnte.
4. Ein paar ganz grundsätzliche Worte zum Preis/Leistungsverhältnis bzw. dem Unterschied gemeinnützige Enthusiastenveranstaltung oder kommerzielles Event mit Gewinnerzielungsabsicht.

1. Wie war es denn nun?
Kleines Video über den Marsch als Eindruck


Es war lustig und unterhaltsam und es hat mir viel Spaß gemacht (mal so kurz gesagt) Ich bin so kurz vor 14 Uhr am Fähranleger Teufelsbrück gestartet.



Eine lockere Stunde einlaufen bis zum Startgelände des Megamarsches das ich so gegen 15 Uhr erreichte also eine Stunde vor dem Start.

Als erstes traf ich einen alten Bekannten (Ultra)Jörg, der bei mir schon mal bei einem 100er in Hamburg dabei war (der mit der roten Jacke) Wie ich ehr im oberen Altersbereich der Teilnehmer.
Recht bald kamen dann auch die beiden Organisatoren Marco und Frederick auf mich zu begrüßten mich freundlich und es war trotz Vorbereitung des Starts noch Zeit und ein paar Worte zu wechseln was ganz angenehm war.



Ich wolle möglichst mit einigen der Teilnehmer sprechen um einen Eindruck zu bekommen wer da so alles am Start ist. Von den ganzen Veranstaltungen im Bereich 100km oder mehr war dieses Veranstaltung vom Teilnehmerfeld am ehesten mit der Horizontale in Jena zu vergleichen, wo es viele Studenten gibt die das dann einfach mal einmal im Leben ausprobieren wollen. 

Bei vielen anderen Veranstaltungen, vor allem bei den kleinen 100km Wanderungen, ist das Durchschnittsalter deutlich höher. Aus der "100km" Szene, die sich ja untereinander auch ganz gut kennt, war kaum jemand anzutreffen. Es ist einfach eine andere jüngere Generation jetzt bei solchen Veranstaltungen wie dem Megamarsch oder dem Mammuthmarsch am Start dich angespornt und angesprochen  durch soziale Medien und einer gewissen Mode eine "Challenge" zu machen bei einer solchen Veranstaltung auftaucht. Sehr viele waren offensichtlich zum ersten Mal dabei. Auffallend die vielen großen Rucksäcke mit 30l und mehr Volumen wo ich mich fragte was die alles so mitnehmen.

Alle Fotos vom Start bis VP 1 hier







Am Start dann gab es keine langen Reden, sondern es wurde in verschiedenen Startblöcken im Abstand von 10 Minuten gestartet. Erst wollte ich noch mehr Wanderer passieren lassen bevor ich selber losgehe, aber dann traf ich eine mir gut bekannte Gruppe dänischer Wanderprofis. Die Gruppe bestand aus 8 Wanderern und 2 im Begleitfahrzeug. Nach eigener Schätzung haben die zusammen ca. die Erfahrung von 1500 Märschen von 100km oder mehr! Der mit dem meisten Hundertern von Ihnen hat schon 750 mal die Distanz von 100km oder mehr absolviert. Da kommt man ich mit 39 Wanderungen in dieser Liga als ganz kleines Licht vor....




Bei gutem Wetter und mit guter Laune ging es los. Ich wurde von verschiedenen Leuten angesprochen die mich schon über mein Blog oder über Facebook kannten. Das war recht lustig.



Die Strecke war ja nichts Neues für mich aber die in einer so großen Gruppe zu bewandern schon. Es gab so manches nette Gespräch und als "alter Hase" konnte ich ein paar meiner Binsenweiseheiten an 100km Aspiranten weitergeben wie:

"Die Hälfte ist nicht bei 50 sondern bei 70km"

"Am Anfang zu schnell zu sein ist ganz einfach, am Ende ganz schwer"

"Ein wenig Gehwolcreme oder Vaseline dabei zu haben ist keine schlechte Idee für Füße oder gegen den Wolf..."usw...





In der Queren der größeren Straßen ging recht Problemlos. Auf dem ersten 20 Km war auch die Orientierung durch die Masse der Marschierer nicht so schwierig da man einfach nur hinterher gehen brauchte. Aber schon da zeigte sich dass eben Track und Karte ab und zu etwas anderes sagten ohne dass es einen triftigen Grund gab warum der Track des Veranstalters vom ausgeschilderten Radweg abwich.

Die erste Verpflegung gab es dann nach ca. 20km in Steilshoop. Kostenlos gab es Bananen, Äpfel, Wasser und Riegel wer Cola oder Pommes wollte konnte die an einem Kiosk erwerben. Toiletten gab es hier auch. Allerdings war diese Grundverpflegung auch die Basis an den weiteren Verpflegungspukten die ich ja nicht mehr besucht habe. Zusätzlich gab es dann noch Suppe und auch mal Kaffee und Tee wurde mir berichtet. Aber nicht, wie wohl mal angedeutet belegte Brötchen, nichts richtig deftiges oder salziges und auch kein Süßkram außer den Riegeln.




Für mich war dies ja kein Thema. Ich wolle eh nur die 50km gehen (da ich in Teufelsbrück los gegangen war also bis zum mittleren Landweg) und hatte mir ein paar Brote eingepackt und genug zu trinken. Außerdem hatte ich recherchiert, dass der Edeka an der Trabrennbahn Farmsen bis um 21 Uhr auf hat um noch nachzufassen.

Weiter ging es dann in Richtig Jenfeld. Ich traf eine nettes Pärchen dass mir von "Carnicross" also flottem Laufen mit Hunden am Geschirr erzählten. Von dieser Sportart wusste ich vorher nichts. Wandern bildet...

Vorne wurde es immer lockere vom Abstand untereinander, aber es gab stets noch Kontakt. Ich schwamm so im Bereich von ca. 6km/h an ca. 150er Stelle mit (ein Mann auf einer Parkbank in Bramfeld hatte mitgezählt) An der Trabrennbahn holte ich mir schnell noch 2 Malzbiere mit Bügelverschluss. Eins auf Ex und rein in den Pfandautomaten damit. Stirnlampe aufgesetzt und raus in die Nacht.

Etwas später viel mir jemand auf der mit einem sehr leichten und schnellen lockerem Schritt unterwegs war und der im Feld der 6km/h Wanderer sich so langsam aber kontinuierlich vorarbeitete. Minimalistischer Laufrucksack.... kam mir auch irgendwie bekannt vor. Wie sich rausstelle war es Rene, eine Ultraläufer aus Hamburg der sich spontan am Tag noch nachgemeldet hatte. Tickets von zurückgetreten Wanderern wurden wohl ausreichend noch angeboten und dann mal eben dachte so ein Hunderter könnte man ja auch mal gehen. Wir hatten schon mal gemeinsam einen Marathon in der S Bahn Jungfernstieg absolviert (Treppe rauf 50 Meter laufen, 50 Meter zurück und Treppe wieder runter....) Wir hatten eine nette Unterhaltung und ich pendelte mich auf sein Tempo, dass dann doch einige über 6km/h lag ein. Ich wollte ja eh nur bis km 50 laufen daher war das ambitionierte Tempo auf den letzten 10 oder 15km gerade recht. Es machte Spaß so durch die Boberger Dünen zu heißen und ab und an mal andere Wanderer zu überholen. Aber es war jetzt ja auch deutlich ruhiger geworden. Die Strecke war mit dem tollen Mond und den Wolken besonders am Öjendorfer See wunderschön. Das hat richtig Spaß gemacht.

Wie geplant erreichten wir so kurz nach 23 Uhr Billstedt. Einmal die HVV App gecheckt und festgestellt das in 4 Minuten die nächste Bahn ab mittlerer Landweg fährt (und dann wieder in 15 Minuten) Also noch mal ein paar hundert Meter als Endspurt (für mich) joggen und ab in die Bahn.

Dort kam ich mir dann wie ein Außerirdischer vor mit dem ganzen Partyvolk das vorgedröhnt aus dem Bereich Bergedorf auf dem Weg zum Kiez war um die Nacht über zu feiern.

Schnell noch ein km zu Fuss von der Holstenstraßen nach Hause was nach der Bahnfahrt noch erstaunlich gut ging (50km sind eben doch noch lange keine 100km, da wäre das schon anders...)

Noch mein Malzbier ausgetrunken und dann ab in die Heia

Am nächsten Tag zog es mich dann doch noch mal zum Ziel Mal so sehen wer denn nun ankommt oder schon angekommen sind. Den Beinen tat ein wenig Auslaufen auch ganz gut. Also erst mal zu Bahn und nach Stellingen und einen kleinen Ganz zum Zielbereich, wo die ersten Wanderer langsam eintrudelten. Die ersten waren unter 17h im Ziel gewesen dann kam aber wohl lange nichts. Ich hatte die Kamera dabei und habe zusätzlich zum offiziellen Fotografen der die Bilder für die "hall of fame" gemacht hat ein paar Fotos gemacht die ich für nichtkommerzielle private Nutzung gern kostenlos zur Verfügung stelle (bitte mich als Fotograf aber nennen: Foto: Martin Schmitz)

Hier meine Zielfotos




Ich hatte dann noch viel Spaß mit der dänischen Gruppe nachdem diese im Ziel angekommen war und führte noch ein paar Gespräche mit denen die die Strecke komplett geschafft hatten. Die Meinungen waren etwas gemischt, aber davon ja später. Ich lernte dann noch Marion, die mir durch die Bekanntschaft mit den Dänen und durch ihr Nimwegen Rotterdam T shirt augefallen war.
Nijmegen Rotterdam ist eine Nonstopmarsch duruch Holland über 100 Meilen (160 km) unter 30 Stunden. Ich hatte früher immer mal damit geliebäugelt, aber selbst in meinen stärksten Zeiten war mir das Zeitlimit etwas zu knapp. Aber wer so ein shirt trägt weiß schon was er tut.

Es stellte sich dann raus, dass Marion abends noch eine weiter Zugfahrt vor sich hatte und ohne Wechselklamotten und Duschmöglichkeit verschwitzt nach dem 100km Marsch war. Kurzerhand nahm ich sie mit nach Hause. Sie freute sich dass sie noch ein paar km zusätzlich für ihr GPS machen konnte und so auf 112 km kam (es gibt ja Leute die sammeln 100km Märsche aber es gibt auch 110km Sammler...)


Bei Kaffee und Kuchen in der Sonne auf dem Balkon und später auf dem Sofa wurde dann noch schnell regeneriert bevor es am Abend für sie dann zur Bahn und für mich zum Yoga ging. Als Erinnerung konnte sie ein schöne T-shirt mit: "Mein Freund ist Sauerländer"  mit nach Hause nehmen. ...

2. Was waren die Rückmeldungen und Reaktionen unter den Teilnehmern

Kurz gesagt: Unterschiedlich
Wobei ich nach dem Marsch nur mit denen sprechen konnte die die ganzen 100k gewandert waren. Das waren bei fast 1000 Startern dann doch nur 180 oder 181 nach meinen aktuellsten Informationen. Außerdem habe ich vor dem Start und während der ersten 20km mit einigen geredet und dann über Facebook usw einiges an Reaktionen gelesen.

Positive Rückmeldungen gab es zur Strecke die als sehr schön empfunden wurde.
Einige waren auch mit der Organisation und auch mit der Verpflegung so wie es war recht zufrieden.

Toll war auch dass jeder Finischer professionell fotografiert wurde

Kritik gab es vor allem zu folgenden Themen

Verpflegung: 
Diese wurde von vielen als recht einseitig empfunden. Auch das Angebot an Verpflegung das im nicht gerade niedrigen Startgeld enthalten war wurde oft als mager bezeichnet. Alles zusätzliche (Cola, Pommes oder sonst was konnte / musste dann zusätzlich erworben werden). Diejenigen die nur Märsche wie Megamarsch oder Mammuthmarsch kennen empfinden dies teilweise auch als normal. Wer aber je bei der 7 Seen Wanderung oder beim Hollenmarsch gewesen ist der weiß dass es auch (in mehrerer Beziehung) ganz anders gehen kann 

Abstand und Lage der Verpflegungspunkte
Ein häufig zu hörende Kritik war der weite Abstand nach dem ersten VP zum VP 2 und dann zu VP3 der sehr abgelegen lag. Als ungünstig wurde empfunden bei einem Ausstieg bei 60km mitten auf dem Land zu sein. Es war schon absehbar dass dies so eintreten würde, aber leider ist wohl genau der Fall eingetreten, dass hier in der Nacht viele aufgeben mussten die sich dann ein Taxi bestellten oder sich haben abholen lassen.

Markierung / Orientierung
Ich hörte von Vielen dass es Unsicherheiten zur Streckenführung und bei der Orientierung gegeben hätte. Es gab ja bis auf kleine Markierungen an den VPs (die wohl auch bei VP 3 teilweise problematisch war) keine gesonderter Markierung da der 2 grüne Ring ja als Radweg ausgezeichnet war. Es gab die von der Stadt herausgegebenen Wanderkarten und einen Track. Nur wich der Track an vielen Stellen etwas vom ausgeschilderten Weg ab ohne dass es dafür einen erkennbaren Grund für einen andere Wegeführung gegeben hätte. Das es Abzweige zu den VPs geben musst ist klar aber es gab so machen parallele Wegeführung die nicht nachvollziehbar war und die zu Verwirrung geführt hat. So mancher hat sich dann auch mal ordentlich verlaufen. 

Preis / Leistung
Es gab einige die ganz zufrieden waren, viele Stimmen die ich gehört habe hatten insgesamt etwas mehr für ihr Geld erwartet was Verpflegung, Medaille usw. anging. Ich möchte da hier aber nicht näher drauf eingehen sondern sage da im letzten Kapitel noch was dazu. 

Toiletten 
Einzelne Kritik kam zur Anzahl der Toiletten im Start und Zielbereich auf. Für die Masse an Startern war hätten es auch 1 oder 2 Dixis mehr sein können bei 1000 Leuten.

Lage des Start und Zielbereichs
Die Parkplatzsituation war aufgrund des HSV Spiels natürlich knapp und so ganz optimal ist der Bereich nicht zu erreichen. Diese Kritik kam aber nicht sehr häufig. 

Kleiderbeutel
Vermisst wurde von so manchem die Möglichkeit einen Kleiderbeutel am Start zu deponieren oder die Klamotten an eine Stelle an der Strecke bringen lassen zu können. So etwas war nicht vorgesehen. 

3. Welche konstruktiven (freundlich gemeinten) Vorschläge habe ich wie man den Marsch weiter optimieren könnte. 

1. Startzeit und Richtung
  • Ich finde Freitag Abend für den Start eines Hunderters optimal und zwar auf folgenden Gründen: 
  • Man kommt recht frisch durch die Nacht
  • Am Samstag kann man überall wo Zivilisation ist etwas leckeres dazu kaufen wenn man möchte
  • Sonntag gehört Papa (Mama) uns.... bzw kann auf der Couch liegen. Einen Tag Regeneration am Wochenden nach so einem Ding ist einfach super.
  • Die Fähre 6km vor Schluss auf die man unter Umständen warten muss finde ich sehr ungünstig geplant. Besser fände ich: Fähre am Anfang, einfach Wege auf dem Land in der Nacht (im Süden) und die Stadt im Norden dann am Tag.

2. Verpflegung

  • Hier ist nach oben noch viel Luft. Auf jeden Fall auch was salziges und nicht nur Wasser als Kaltgetränk wäre schon gut. Belegte Brote oder Brötchen wären super und "richtiger  Kaffee" und alkoholfreies Bier.... Ich empfehle eine Studienreise zur 7 Seen Wanderung


3. Start Ziel Bereich. 
  • Duschen wäre schon super
  • Kleideraufbewahrung / Umziehmöglichkeit auch. 
  • Auch Massagen sind was feines. Da würde auch mancher gern 5 oder 10 Euro spontan als Wahlleistung drauflegen wenn es so ein Angebot im Ziel gibt 


4. Markierung Ausschilderung
  • Etwas zusätzliche (flurozierende) Markierung an kritischen Punkten in der  Nacht wäre schon gut. Vor allem an den VPs. 
  • Track und Karte mit unterschiedlicher Wegeführung ist in meinen Augen ein Nogo. 
  • Statt dessen: Deutliche Markierung der VPs im Kartenmaterial und als POI im Track.
  • Vormarkierung: Achtung VP in 5k und in 1. km 



Lage und Abstand der VPs
  • 4 VPs sind meiner Meinung nach deutlich zu wenig. Der erste nach 20km ist völlig OK nur spätestens nach 40km sollte der Abstand geringer werden. Es ist schon gut wenn dann alle 10km was kommt und wenn es ein Lieferwagen mit Getränken und ein paar Snacks ist. Diese Punkte sind wichtig. 
  • Die Lage der VPs im kritischen Bereich von 50 oder 60km sollte so gewählt sein das die S Bahn gut erreichbar ist. (zB in Veddel) und nicht an der Bunthäuser Spitze im Niemandsland. Vorschlag: In Veddel einen VP wo man bei gleicher Führung wie in 2017 mit Urkunde und Gesichtswahrung sagen kann. So 50km erreicht, das wars ich fahre jetzt nach Hause und nehme die nächste Bahn. 
  • Oder eben: Ein Shuttle zwischen VP3 und der S Bahn für die Vielen bei denen im Bereich km 60 der Akku alle ist (und nicht nur der vom Telefon...)


So ich glaube das waren jetzt meine wichtigsten Punkte und ich möchte ja auch nicht nur meckern und alles besser wissen. Ich gebe mir die Mühe hier konstruktive Hinweise zu geben weil die beiden Organisatoren menschlich sehr nett sind und auch ein offenes Ohr für konstruktive Vorschläge haben. Im Sinne aller Wanderer und gerade der vielen Wanderneulinge mache ich mir daher die Mühe dies hier alles aufzuschreiben damit noch mehr Leute sich an die langen Strecken rantrauen und sich für dieses schöne Hobby begeistern auch mal lange Strecken zu gehen.

4. Ein paar ganz grundsätzliche Worte zum Preis/Leistungsverhältnis bzw. dem Unterschied gemeinnützige Enthusiastenveranstaltung oder kommerzielles Event mit Gewinnerzielungsabsicht.


Ja man kann und wird vielleicht vergleichen zwischen den Veranstaltungen und kommt dann zu dem Schluss dass bei vergleichbaren Veranstaltungen es auch mal deutlich mehr an Leistung für deutlich weniger Geld gibt. Darauf will im im Detail gar nicht eingehen, ich habe dies an anderer Stelle schon getan und im Text auch schon andere Veranstaltungen genannt.

Ich habe mit den Veranstaltern auch über dieses Thema offen geredet. Der wesentliche Unterschied ist eben: Es handelt sich eben nicht um eine gemeinnützige Veranstaltung eines Sportvereins oder von heimatverbundenen Sportenthusiasten die ohne jegliche Gewinnerwartung mit jeder Menge freiwilligen Helfern so eine Veranstaltung wuppen.

Veranstaltungen wie der Megamasch sind Gewinnorientierte kommerzielle Veranstaltungen. Das ist im Rahmen der freien Markwirtschaft auch überhaupt nichts verwerfliches. Angbot und Nachfrage regeln den Preis. Der Nachfrage ist trotz der recht hohen Startgebühr sehr hoch und es wird auch nicht mehr versprochen als was geboten wird (bis auf die Brötchen vielleicht  ;-) )

Somit kann jeder und jede selbst entscheiden ob man mitmachen möchte oder nicht. Der Megamarsch ist nun offensichtlich als Großevent mit 1000 Teilnehmern in mehreren Städten geplant. Es wurde und wird ein Markenname ein "branding" aufgebot. Die Verbreitung über die sozialen Medien und andere Kanäle funktioniert bestens und spricht offensichtlich ein Publikum an dass von  stinknormalen Volkswandertagen bei denen man auch einen Marathon für gerade mal 5 Euro, incl. Versicherung, Verpflegung in engem Abstand, Markierung usw. bekommen kann eben nicht angsprochen wird. Dort sieht man dann ehr die Generation 60 Plus die mit GPS und Internet (jetzt mal überspitzt gesagt) nicht viel anfangen kann.

Der Megamarsch (und andere kommerzielle Märsche die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden schießen) erschließen neue Zielgruppen, ein anderes jüngeres Publikum und vermitteln auch demjenigen der das große Ziel der "Challenge" (100km in 24h) nicht erreicht das Gefühl ein Held zu sein. Auch das ist nicht verwerflich und eine Frage von Angebot und Nachfrage.

Vielleicht hinkt der Vergleich etwas aber es ist für mich ein wenig wie Schlangestehen vor dem Applestore bevor eine neues Iphone rauskommt für dass man viel Geld ausgibt auch um eine Lebensgefühl zu haben. So etwa kommt mir die Aufmachung und auch die Nachfrage beim Megamarsch und ähnlichen Veranstaltungen vor. Aber wie gesagt: Alles Freiwillig und eine Frage von Angebot und Nachfrage.


Zu guter Letzt aber noch mal die Ermutigung an Marco und Hendrick die Megamärsche weiter zu entwicklen. Ich weiß ihr habt ein offenes Ohr für Vorschäge. Wenn etwas von mir falsch dargestellt ist korrigiert mich bitte.

Auch für alle anderen Teilnehmer. Schreibt mir über Facebook oder per mail martiwalkt(ad)web.de
oder hier als Kommentar ob ihr eure Einschätzungen hier wiederfindet oder wie ihr die Sache seht.
ich ergänze dann gern diesen Blogbeitrag.




1 Kommentar:

Unbe Kannt hat gesagt…

War das erste mal, dass ich mich an einem event wie dem megamarsch ausprobiert habe.
Deine Kritik teile ich absolut. Und trotzdem ein geiles Erlebnis.
Ich zähle zu der von dir angesprochenen Generation welche bisher nicht vornehmlich auf dieser art von Sportveranstaltung zu finden war. Und musste erstaunt feststellen das insbesondere am ende nicht mehr viele andere u25er mit unterwegs waren.
Etwas mehr Liebe für das detail hätte für mich das Erlebnis abgerundet. So bleibt vor allem die gute Strecke, der Stolz auf die eigene Leistung und die Lust auf mehr Events mit ähnlicher Herausforderung. Die beiden im Text genannten vielleicht...