Samstag, 23. Oktober 2010

Florenz nach Assisi - eine Pilgerwanderung
















Übersichtsplan der Gesamtstrecke zur Orientierung
Gliederung  
der Berichte für den schnellen Überblick

0. Anreise und Ankunftstag in Florenz
Die Wege auf GPSies.com

1. Wandertag 
von St. Ellero auf den Consumapass
Kartendarstellung, Höhenprofil, Beschreibung, Track zum Download usw auf Outdooractive.com
Kartendarstellung interaktiv auf GPSies.com

2. Wandertag 
Von Consumapass nach Stia
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com

3. Wandertag 
von Stia nach Bradia Prataglia
Die Bilder
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com

4. Wandertag 
von Badia Patraglia nach nach La Verna
Die Bilder
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com

5. Wandertag 
von La Verna nach Pieve St. Stefano
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com

6. Wandertag 
von Pieve St. Stefano nach Cita di Castello (über Sansebolco)
Kartendarstellungen und Höhenprofil der Wanderstrecke bis Sansebolco interaktiv auf GPSies.com
Kartendarstellung der Busetappe bis Cita di Castello 

7.Wandertag 
von Cita di Castello nach Pietralunga
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com


8 Wandertag 
von Pietralunga nach Gubbio
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com

9. Wandertag 
von Gubbio nach Valfabbrica
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com

10. Wandertag 
von Valfabbrica nach Assisi
Die Bilder
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com

Nach dem Wandern noch ein paar Karten (Bilder dazu hier)
Eine Fahrt durch das Latinum
Erster Tag in Rom mir Rundgang durch die Altstadt
Zweiter Tag in Rom mit Forum Romanum und Kolosseum
Dritter Tag in Rom mit Audienz beim Papst und Vatikanmuseum
Vierter Tag in Rom mit viel Rumlaufen in der Stadt

Stadtführungen in Rom
Mein Tip für einen tollen Reiseführer in Rom ist Claudius Ziehr ein Studienfreund von mir. Von Ihm kriegt ihr eine gute unterhaltsame Führung durch Rom auf individullen Bedarf zugeschnitten. Mein Tip: Nach ungewöhnlichen Orten fragen denn das Kolossseum kann man sich auch allein anschauen. Claudius kennt tolle Ecken in und um Rom. Schaut mal auf seine Seite Hier Es gibt auch ein schönes Blog von ihm wo er über ungewöhnlichen Dinge berichtet die es in der Gegend um Rom so gibt. Klick zum Reiseblog

Übernachten im Bed und Breakfast.
Sehr schön gewohnt habe ich in Rom im Bed und Breakfast Gaspare Man ist zentral gelegen und in den Zimmern gibt es sogar kleine Küchen um auch selbt mal was zu machen. Ein schönes Doppelzimmer kostet dort 60-70 Euro was für den Standard in Rom wirklich ein guter Preis ist!

Anreise
Mit dem Zug nach Florenz.

Nein, es muss doch auch ohne Flieger gehen, dass man nach Italien kommt. Also hatte ich mir schon vor Monaten lange hin und her überleg wie ich wohl am Besten nach Italien komme mit der Bahn. Am Ende wurde es ein 29 Euro Sparticket Ticket bis zur Grenze und dann mit dem Zug über Verona (zwei Stunden Aufenthalt) nach Florenz Frühmorgens losfahren in Kassel und abends um neun ist man dann auch da. Dank guter Vorbereitung war ich ja auch sicher wo das Bed und Breakfast sein sollte. Rechts aus dem Bahnhof raus und dann zurück ca. 10 Minuten zu Fuß. Konnte ja nicht so schwer sein. Nur leider verstand mich keiner als ich mit meinen frisch erworbenen Italienischkenntnissen nach der Straße fragte. Die sei „in Centro“ hörte ich, klar das Zentrum ist die andere Richtung wusste ich ja ich wollte ja zum Hotel auf der Seite weg vom Zentrum. Irgendwann hatte ich dann auch verstanden das ich schlichtweg am falschen Bahnhof war. Mein Zug fuhr ja noch weiter und hielt leider nicht am Kopfbahnhof sonder am Durchgangsbahnhof. Dauerte dann noch eine Weile bis ich mein Ziel erreichte. Ein bisschen anstrengende so als Anfang. Nur noch schlafen war dann das Gebot der Stunde.

Mein Tag in Florenz. 
Die Wege auf Gpsies 














In Florenz dann mal morgens munter losgebummelt. Für Punkt 12 Uhr hatte ich meine Karte für die Uffizien vorbestellt. Will man nicht stundelang Schlange stehen ist das auch keine schlechte Idee. Vorher noch ein bisschen durch die Stadt gehen und ein paar Kirchen angucken. Die erste Kirche 3 Euro 50 Eintritt. Na ja ok dann mal angucken. 15 Minuten rumgeguckt und wieder raus. Weiter gebummelt zweit Kirche. Das gleiche Spiel. Dann kamen die wichtigeren Kirchen und der Dom und ich hatte keine Lust mehr auf Kirchen. Also einen schlechten Imbiss damit ich die Uffizien überstehe den David bewundern und ab ins Museum. Das ist zwar groß aber soooo groß und überwältigend wie ich dachte dann auch nicht. Nach 3 Stunden inklusive einer langen Cafepause war ich dort auch durch. Also weiter durch die Stadt treiben lassen (am Ende waren es über 20km sagt das GPS) bis ich dann abends zum ersten Mal Italienisch essen wollte. Tolles Angebot: 15 Euro Touristenmenü. Nett draußen sitzen. Ok mach ich das halt. Lange noch zu suchen hatte ich keine Lust. Was nehmen wenn man sich noch nicht so auskennt? Spagetti Bolognese und als zweiter Gang Pizza und dann noch einen Nachtisch. Dazu ein halber Liter Wein und Wasser. Am Ende waren das dann auch 25 Euro und der Wein und Essen waren alles andere als Klasse. Der Wein war eiskalt und schmeckte wirklich nicht klasse. Aber ausgetrunken habe ich den dann doch. Es kam wie es kommen musste. In der Nacht wurde mir fürchterlich schlecht. Ich konnte kaum schlafen und der Essen kam dort raus wo es reingekommen war. Allerbeste Voraussetzungen also für den ersten Wandertag rauf auf den Pass mit über 1000 Höhenmetern. Die Tagesetappe war doch nur 17 km lang und ich wollte die folgende Tagesetappe in meinem jugendlichen Leichtsinn ja noch dranhängen. Daraus sollte dann doch nichts werden.

1.Wandertag von St. Ellero auf den Consumapass
Kartendarstellung, Höhenprofil, Beschreibung, Track zum Download usw auf Outdooractive.com
Kartendarstellung interaktiv auf GPSies.com














Also dann in den Zug nach Ellero. Ca. 20 Km aus der Stadt raus zum Fuß der Berge. Der Magen war noch so das nicht wirklich richtiges Frühstück reinging und wirklich fit war ich nicht. Dazu kam noch das ich irgendwie verdrängt hatte das es auf jedes Gramm im Rucksack ankam. So war ich dann statt mit 10 kg mit 13 bis 14 kg unterwegs. Keine tolle Idee wenn man sonst praktisch nur ohne Gepäck auf langen Strecken unterwegs ist. Wenn man nach 100km am Stück am Ziel ist bracht man nicht viel. Wenn man für die Strecke aber 5 Tage braucht ist das was anderes. Tolle Erkenntnisse also. Dennoch ich war froh dass es nun endlich losging und ging ruhig und gleichmäßig los. Es sollte nur hoch gehen bis auf den Pass. Das gemeine dabei war, dass die Steigung immer steiler wurde. Für das letzte Steigungsstück zeigte mein GPS.Track den ich mir auf mein Gerät geladen hatte eine andere Strecke an als im Reiseführer beschrieben. Dabei wäre man langsam ansteigend auf einer Forststraße auch ans Ziel gekommen. An diesem Tag wäre das dann wohl die bessere Alternative gewesen. Die körperlichen Akkus gingen immer mehr auf Reserve. Die Steigung wollte einfach kein Ende nehmen und es war am Ende wirklich recht steil wenn auch wildromantisch. Kurz vor dem höchsten Punkt entstand dieses nette Video. Oben angekommen eine Pause bei der einfach mal alles wehtat. Die Schultern die Waden und dazu richtig erschöpft. Toller Anfang! Dann ging es weiter halbwegs eben und auch wieder etwas runter bis zum eigentlichen Pass. Aus lauter Freude habe ich mir dort erst mal ein kleines Bier gegönnt. Ein Stückchen weiter sollte das Hotel (es gibt nur eins) sein.

Dort wurde ich sehr freudig empfangen. Es war sehr klasse ein paar Brocken Italienisch gelernt zu haben. Ich konnte auch duschen. Allerdings musste dann erst mal für das Hotel mit über 70 Zimmern die der Holzofen angeschmissen werden um das Wasser zu heizen und ich war der einzige Gast an diesem Tag. Richtig viel los ist nicht in Consuma. Hauptsaison dort ist der Hochsommer wo ein paar ältere Leute kommen denen es in Florenz zu heiß ist und die nur ein bisschen spazieren gehen wollen und dann gut essen möchten. Für mich gab es das was es für die Wirtleute auch gab. Leckere toskanische Bohnensuppe mit Brot, Schinken, Käse, Kuchen und dazu Rotwein ein Cafe hinterher. Alles wunderbar und für wenig Geld und als Pilger bekommt man auch die Übernachtung etwas reduziert. Außerhalb der Hauptsaison sind die ausländischen Pilger inzwischen die Hauptkundschaft im Hotel Miramonti. Mir hat es dort gut gefallen. Die Hotelbetreiber sind sehr nett und das lässt darüber hinwegsehen dass das Hotel dann doch schon etwas in die Jahre gekommen ist. Aber die Terrasse war klasse! Auf jeden Fall konnte ich mich gut von der Anstrengung des ersten Tages erholen und in weiser Voraussicht nahm ich Abstand davon noch „mal eben“ die Tagesetappe den Berg auf der anderen Seite wieder runter nach Stia noch anzuhängen.


2. Wandertag 
Von Consumapass nach Stia
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com 














Frisch ausgeschlafen ging das Wandern dann doch etwas entspannter. Der Magen hatte sich etwas beruhigt. Der Schlaf hatte gut getan. Erst mal in den Ort zum Einkaufen für den Tag: Brot, Schinken und Käse und etwas Obst. Eine Kombination die ich mittags in den nächsten Tagen dann noch öfters (eigentlich immer) hatte.

Die Strecke führte vorwiegend abwärts. Viele nette Ausblicke aber auch sehr enge Wege durch das Gebüsch und teilweise durch kleine Bäche. Auf den letzen Kilometern durch das Folgen der Markierung und nicht der Beschreibung in den Büchern noch einen kleinen Umweg gelaufen, der aber recht nett war. In Stia angekommen waren es dann doch 19 Km geworden. Im Hotel La Foresta, in dem man auch Essen konnte, wurde ich gut untergebracht. Vom Fenster aus sah ich dann eine Wandergruppe. Alle mit relativ kleinen Rucksäcken. Viel debattierend. Ich versuchte rauszuhören wo die herkamen. Na aus Deutschland jedenfalls nicht. Auch beim späteren Spaziergang, bei dem sich die Gruppe in einem Eiscafe niedergelassen hatte, konnte ich noch nicht raushören wo die nun herkamen.

Am Abend im Restaurant war dann klar. Das war doch so etwas Ähnliches wie Deutsch am Nachbartisch. Offensichtlich Österreicher. Ich saß allein an meinem Tischchen und hörte immer etwas mit. Mit der Zeit bekam man in der Gruppe dann auch mit das ich zuhörte und wir kamen gegen Ende des Abends noch ins Gespräch. Die Gruppe war aus der Nähe von Wien und schon im sechsten Jahr in Etappen auf dem Weg nach Assisi. Genau wie ich hatten Sie eigentlich vorgehabt die ersten zwei Tagesetappen die in den Büchern beschrieben werden zusammenzulegen. Sie waren einen Tag später als ich gestartet und hatten dann vom Consumapass aus den Bus nehmen müssen da das Quartier in Stia ja vorgebucht war und man nach festen Etappenzielen am Freitagabend in Assisi sein wollte. Das wäre ich auch gern um dort am Wochenende mich mit meinem Freund Claudius zu treffen, aber nach dem harten ersten Tag hatte ich mich eigentlich schon von diesem Ziel verabschiedet und mich darauf eingestellt bis zum Wochenende vielleicht doch nur bis Gubbio zu laufen. Am Folgetag hatte die Gruppe genau wie ich vor die beschriebenen Etappen etwas zusammenzulegen und bis nach Badia Prataglia zu laufen. Wir verabredeten keine feste gemeinsame Startzeit, aber wir tauschten uns über das Hotel in dem die Gruppe eine Reservierung hatte. Ein Teilnehmer war ausgefallen so dass stets 11 Betten für 10 Leute zur Verfügung stehen würden. Ich konnte also wenn ich wollte der 11 Mann sein. Ich wollte mich noch nicht fest an die Gruppe binden aber war offen ob man nicht vielleicht ein Stück des Weges gemeinsam gehen könnte. Mal sehen was die nächsten Tage so bringen dachte ich mir als ich ins Bett ging.

3. Wandertag 
von Stia nach Badia Prataglia
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com 














Am nächsten Morgen also los wieder den nächsten Berg hoch. Von der Gruppe nichts zu sehen. Etappe mit vielen Höhenmetern, aber die Kondition stimmt jetzt und im Rucksack sind 2 Kg weniger Gepäck das ich auf der Post aufgegeben habe. Die 7 Euro Porto waren es wert. Zwischendurch eine schöne Rast an einer Ruine Um 14 Uhr bin ich dann am Kloster angekommen das aber um 15 Uhr erst aufmacht. Cappuccino trinken und etwas Rumsitzen dann das Kloster anschauen. Dann weiter auf dem Weg nach Bradia Prataglia. Diese Strecke wich jetzt von der Beschreibung aus den Bücher ab, sollte aber leicht zu finden sein. Allerdings wurde mir im plötzlich aufziehenden Nebel dann doch etwas mulmig. Jetzt hier den Fuß verknacksen wäre nicht wirklich gut und eine wärmende Rettungsdecke hatte ich auch vergessen. Der Wald war aber wunderschön und es ging immer weiter runter bis zum Ort, der sich eng an den Abhang schmiegt.
Das Hotel macht wirklich einen sehr einfach Eindruck um es vorsichtig auszudrücken. 15 Minuten nach meiner Ankunft kamen mit großem Hallo auch die Österreicher. Sie hatten auf dem Berg oben einen kleinen Umweg gelaufen und waren nicht am Kloster vorbeigekommen wie ich es erwartet hatte. Um so nette wurde dann der erste gemeinsame Abend. Sie hatten für 11 Leute ja Halbpension bestellte und Sie waren ja nur zu 10 Personen. Also konnte ich mich in die ausgehandelten Konditionen für das Essen mit einklinken. Es gab erst Spagetti, dann Fleisch und dazu auch Wein. Wir unterhalten uns und verstehen uns gut. Ich beschließe die nächste Tagesetappe dann erst mal in der Gruppe mitzulaufen.

4. Wandertag 
von Badia Patraglia nach nach La Verna
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com


 











Rund 1000 Meter hoch und 700 Meter runter auf sollte es auf der heutigen Strecke gehen. Also ein ständiges auf und Ab mit schönen Aussichten. Für mich neue zu lernen die Regeln der Gruppe: Nach einer Stunde wartet der Erste aus der Gruppe (zuwarten nennen das die Österreicher) Erst wenn der Letzte kommt wird eine 10 Minuten Pause gemacht. Regel 2: Am ersten Kreuz (Martel) wird eine kleine Morgenandacht gemacht. Kurze Gebete und zwei oder drei Lieder. Fürbitten an den Hl. Nikolaus, Hl. Jakob und natürlich den Hl. Franziskus. Erst etwas befremdlich für mich, jedoch für die erprobten Mariazellpilger aus Österreich einfach Teil ihrer Religion und Kultur. Nach einigen Tagen freute ich mich immer schon auf dieses kleine gemeinschaftliche religiöse Ritual. Nach 5 bis 10 Minuten war so eine Andacht vorbei und dann ging es weiter oder es wurde noch einmal kräftig ins mitgebrachte Brot gebissen.
Regel Nr. 3 Es gibt zwar einen Wanderleiter der die Strecke ausgearbeitet hat und der auf den Weg achtet. Aber alle dürfen und sollen mit nach Zeichen am Weg gucken und ganz wichtig: Alle dürfen im Zweifelsfalle auch mitdiskutieren. Und diskutiert wird wohl sehr gerne in Österreich. Manchmal wird dabei ein wenig rumgezickt, aber niemals böse oder verletzend und immer so dass jeder sein Gesicht wahren kann. Das ist zwar manchmal mühsam und dauert Zeit, aber es funktioniert! Es war zu merken dass diese Gruppe schon reichlich Wandererfahrung in den letzten Jahren gesammelt hatte und ein gut eingespieltes Team war.
Besonders die letzten km vor dem Kloster La Verna waren sehr beeindruckend. Die Lage des Klosters auf Felsen erbaut war beeindruckend. Auch das Kloster selbst, in dem man auch übernachten kann, war sehr schön. Wir wurden freundlich empfangen und hatten sehr geschmackvolle sparsam eingerichtete Zimmer mit modernster Sanitärausstattung. Das mit dem Essen sah nach dem gedeckten Tisch auch sehr verheißungsvoll aus. Allerdings gab es dann eine sehr gewöhnungsbedürftige Mischung von Käse, Salat und Fleisch. Das Beste war allerdings das Hopp, Hopp und auf, auf der Bedienung am Ende des Essens. Ganz schnell sollten wir wieder aufstehen. In der Bar (kalt und zugig) wäre noch Platz. Dort saßen wir recht ungemütlich und gingen dann recht bald ins Bett. So ist das eben in einem Kloster. Wir waren ja auch nicht zum Vergnügen da.

5. Wandertag 
von La Verna nach Pieve St. Stefano
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com














Diese Etappe ging vorwiegend bergab und hatte aber dennoch ein paar steigende Meter in der Höhe. Diese waren auch recht steil, aber die Landschaft war wieder wunderschön. Im Hotel abends gab es zur Belohnung eine wunderbare Pizza und ein sehr komfortables Zimmer.


6. Wandertag 
von Pieve St. Stefano nach Cita di Castello (über Sansebolco)
Die Bilder
Kartendarstellungen und Höhenprofil der Wanderstrecke bis Sansebolco interaktiv auf GPSies.com
Kartendarstellung der Busetappe bis Cita di Castello














An diesem Tag wollten wir nach dem regulären Wandertag noch eine Etappe mit dem Bus überbrücken. Der Zeitplan der österreichischen Gruppe war eng und die Quartiere waren vorgebucht. Mit dem Bus ging es durch nachmittags durch eine unspektakuläre, ebene Strecke von Sansebolco nach Cita di Castello. Der Wanderführer hätte hier einen Bogen durch die Berge vorgeschlagen der einen zusätzlichen Wandertag erfordert hatte. Da ich auch gerne am Samstag schon in Assisi sein wollte hatte ich mich entschieden diese Busfahrt in meine Pilgertour zu integrieren. Alleine hätte ich das sicherlich nicht gemacht, aber die Abwägung in der netten Gruppe weiter mit zu wandern, die Quartiere fest zu haben und pünktlich in Assisi zu sein gaben den Ausschlag weiter dabei zu bleiben.
Die Wandertour startete erst mal in die falsche Richtig. Schuld war der Reiseführer dem wir nach textlicher Beschreibung gefolgt waren. Mein GPS zeigte zwar genau in die andere Richtung aber nach ein paar Hundert Metern sahen dann alle ein das es besser wäre nach Süden statt nach Norden den Ort zu verlassen. Beim Einkaufen des üblichen Proviants (Brot, Schinken, Käse, Obst, Süßes, Getränk) entstanden im kleinen Laden etwas längere Schlangen. Aber am Ende war dann doch jeder versorgt.

Beim Aufstieg auf dem Berg kam es zu einem Verlaufer. Wir hätten einfach der Ausschilderung und dem GPS nach den Berg weiter bis oben hin gehen können. So haben wir ihn dann halb auf einer Höhenlinie bleibend umrundet und sind dann hoch. Später gab es dann den einzigen (richtigen) Regen auf der Tour. Lustig anzuschauen waren die ganzen roten Ponchos. Es sah aus wie kleine rote Zwerge die über die Wiese wandern.
Am Abend war es dann wieder sehr nett. Insbesondere das beliebte „upgraden“ des Weines nach dem Essen in einer Bar gegenüber war sowohl für den Gaumen als auch für die Augen ein Genuss. Die Stadt Cita di Castello ist auch sehr sehenswert. Wir konnten am Abend noch einen kleinen Bummel durch die Stadt machen bevor es dunkel wurde.

7.Wandertag 
von Cita di Castello nach Pietralunga
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com













Heute fast 30 km fast 100 Meter hoch und über 600 Meter runter. Die Königsetappe sozusagen. Wieder wunderbare Landschaft und eine superschöne Pause auf einer sonnigen Wiese. Sehr lustig war das der Wirt unseres Hotels uns ein paar km vor Ende der Etappe im Auto entgegenkam um uns zu begrüßen und mit dem Angebot schon Rucksäcke mitzunehmen, was einige auch gern in Anspruch nahmen. Etwas später im Hotel mussten Sie dann jedoch als Ausgleich etwas auf das Duschen warten da der Wirt erst mal Pilze suchen gegangen war und etwas später als wir eintraf. Aber es ist halt nichts umsonst im Leben. Der Das Bergdorf liegt nicht gerade in einer reichen Gegend und der sanfte Tourismus den die (wenigen) durchziehenden Wanderer hier machen ist sicherlich eine gute Sache. Auf jeden Fall gebe ich in solchen Orten lieber mein Geld aus als in Florenz. Auch die Pizza im Restaurant war klasse. Zufrieden ging es ins Bett. Dieses Mal im Dreierzimmer.

8 Wandertag 
von Pietralunga nach Gubbio
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com














 
Frühstück in der Bar gibt es ab 5:30 Der Wirt hat ordentlich aufgetischt und eine Freude daran wie wir uns stärken. Wir fühlen uns alle sehr wohl hier. Ich lerne jetzt immer mehr österreichische Wörter (eigentlich wollte ich ja mein Italienisch verbessern) „Aufhabern“ heißt Aufessen und ein „Haberer“ ist ein Freund. Ein „Noankastel“ ist ein stierer Blick wie ein Narr. Ein „Seidl“ ein Glas mit 0,33, bei einem „Hurenseidl“ gibt es einen Schnaps dazu, ein „Piff“ hat 0,2 und ein Krügel hat 0,5 Liter. Gibt es dann alles in der „Buschenschänke“. Bin ja mal gespannt das mal vor Ort zu sehen. Da soll es dann auch „Spritzer“ (Weinschorle) geben, die bei einigen aus der Wandergruppe wohl sehr gern mal getrunken wird…
Die Strecke heute war etwas entspannter und flacher. Am Morgen etwas Nieselregen und bewölkt. Gubbio war dann ein städtebaulicher Höhepunkt der Tour. Eine Stadt die weitgehend in ihrer mittelalterlichen Struktur und Substanz noch erhalten ist. Wirklich sehr interessant zu sehen. Als ich zu einer kleinen Besichtigungstour am Nachmittag losging war leichter Regen. Daher war kaum jemand auf der Straße und gerade als ich oben auf dem Hauptplatz war kam die Sonne raus, was sehr beeindruckend war. Viele schöne Bilder sind so entstanden. 


9. Wandertag 
von Gubbio nach Valfabbrica
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com













Heute stand uns eine lange Tour mit einem knackigen Aufstieg bevor. Der Wanderführer erwähnte zwar dass es keine Verpflegungsmöglichkeit auf der Tour gibt und dass es nur nach ein paar km eine Bar gibt, die wir aber auch einfach passierten. Wir waren locker und beschwingt ohne einzukaufen losgelaufen. Unterwegs würde es schon was geben. Dann ging es hoch und hoch und es wurde langsam Mittag. Nach dem Reiseführer wäre das schon das Ende einer Etappe gewesen. Oben auf dem Berg sollte auch zwei „Agrotourismos“ geben wo man ja übernachten und wohl auch essen konnte. Der Wanderleiter und ich beschlossen dass es wohl kein ganz schlechte Idee wäre dort mal zu fragen ob wir was zu essen bekommen könnten. Es sollten die besten Spagettis der ganzen Tour werden. Es gab auch gezapftes Bier dazu wer mochte und es war einfach wunderbar. Mit vollem Bauch ließ sich auch der Rest der Strecke schaffen. Es ging an einem aufgelassenen Stausee vorbei wo um uns herum immer mal wieder Schüsse fielen. Wir riefen dann einfach immer „Pergrinos“ oder „Haaalllooo“ um nicht als Freiwild mit erschossen zu werden. Irgendwann passierte uns dann auch der wilde aber freundliche Jäger mit seinem Hund. Über den Streckenverlauf (dieses Mal grüne Pfeile) wurde mal wieder diskutiert und man vertraute am Ende meinem GPS Gerät das uns gut um den See führte und wir so einige Höhenmeter auf dieser langen Strecke einsparen konnten.
Wir wurden freundlich in der Pilgerherberge von Valfabbrica empfangen. Es gab Hühnchen (was uns pantominisch vorgemacht wurde) und Nudeln. Alles prima und hinterher noch mehrere Flaschen Wein die Johnny ausgab der am Ende noch Mengenrabatt bekam. 

10. Wandertag 
von Valfabbrica nach Assisi
Kartendarstellungen und Höhenprofil interaktiv auf GPSies.com














Letzter Wandertag. So langsam macht sich etwas Wehmut breit dass die schöne Tour nun bald zu Ende ist. Es sind nur 15 km also ein Lacher mit wenigen Höhenmetern. Ein letzte Rast mit wunderbarer Aussicht auf den Dom von Assisi und dann sind wir auch schon bald da. Am Ortsschild ein kleiner Schluck aus einem kreisenden Flachmann. Vor dem Dom beglückwünschten sich alle und wir sangen gemeinsam mit den Händen überkreuz im Kreis ein Freudenlied. Ein wirklich ergreifender und schöner Moment dieser Wanderung. Dann mit Rucksack und Pilgerstäben ein kleiner erster Rundgang durch den Franziskusdom der auch sehr beeindruckend ist. Die Stadt ist ebenfalls, ähnlich wie Gubbio, sehr mittelalterlich und romantisch, war aber recht rummelig und voll. Wir logierten in einem relativ vornehmen Hotel. Allerdings ich dieses Mal mit den beiden schlimmsten Schnarchern aus der Gruppe. Das war dann meine letzte Pilgerprüfung auf dieser Tour. Die Gruppe hatte als letzte Pilgerprüfung noch eine Fahrt im Kleinbus zurück nach Österreich vor sich. Es wurde ein schöner Abschiedsabend und am Morgen versteckte ich dann vor dem Hotel meinen Pilgerstab im Gebüsch auf das ich damit den Rest der Strecke nach Rom noch fortsetzen kann.