Dienstag, 29. Juni 2010

Deutschland spielt, die Sonne scheint, und wir wandern: „Von Monument zu Monument“


 
Hier sind meine Bilder der Tour

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Deutschland spielt, die Sonne scheint, und wir wandern: „Von Monument zu Monument“


Ja das am 3.7 Deutschland gegen Argentinien spielen würde und das es der heißeste Tag des Jahres werden sollte wusste man nicht unbedingt vorher. Aber ist das ein Grund nicht an dieser 111km Wanderung von Berga Kelbra nach Bebra teilzunehmen? Nein ist es nicht. Zwar gab es kleine Vorgeplänkel im Vorfeld ob nun eine Fußballpause einzuplanen sein und ob man nicht langsamer gehen müsste und mehr Trinkpausen mache usw. Aber am Ende wurde der minutengenaue Zeitplan des Wanderleiters eingehalten! Die Abweichungen von den auf die Kommastelle festgelegten Marschzeiten und die minütlich kalkulierten Pausen Beispiel aus der Ausschreibung: Gelegenheit zu einem preiswertem Bier im eiligen /(10 Minuten) Vorbeiflug (ca. 21:10-21:20)

Aber die Bahn wollte am Start nicht mitspielen. Die Hälfte der Teilnehmer saß im Zug aus Berlin in Sangerhausen fest. Es war 12.10 am Bhf Berga Kelbra (ähnlich wie der in „Spiel mir das Lied vom Tod“). Zwei Teilnehmer reisten an und berichteten der Wanderleiter mit seiner Truppe säße noch fest, man ginge jetzt mal los und wolle noch Fußball gucken. Der Rest war unschlüssig. Der Abmarsch der Ersten erfolgte um 12:13 der Rest kurz danach, der Wanderleite und seine Leute waren noch nicht da. Und es wurde eine andere (kürzere!) Strecke gewählt. Absolute Wanderanarchie. Das konnte nicht gut gehen. Es wurde Zeit das der Meister mit seinen Mannen wieder Ordnung in den Laden bringen würde. Die drei Fußballfreunde setzten sich an der Spitze ab um möglichst zügig nach Bad Frankenhausen zur „Nachmittagskaffebierpause“ in der Gaststätte „zur Quelle“ (Km 26 um 17 Uhr nach Plan) zu kommen. Das Spiel sollte ja um 16 Uhr schon beginnen…

Die Rumpfwandertruppe die nicht zum Fußball sprinten wollte nahm ordnungsgemäß Kontakt mit dem Wanderleiter per Handy auf. Es wurde vereinbart sich auf dem Kyffhäuser am Imbiss (den mit dem Bikern) zu treffen. Durch die Abkürzung kamen wir statt wie vorgesehen bereist etwas vor der Planzeit 14:25 an und konnten nacheinander genießen: Eine giftiggrüne Waldmeisterbrause, eine Thüringer Wurst (1,50 Euro, nur als gestopfte mit frischem Fleisch ist das original!) und dann noch eine Spreewaldgurke für 50 Cents und noch eine Brause weil es so lecker ist und so warm ist. Noch mal telefonieren. Der Wanderleiter sei auch am Imbiss sagt er jetzt….mmmm mal 50 Meter weiter gegangen und da war dann tatsächlich der Zusammenschluss mit der Gruppe aus dem verspäteten Zug. Die Temperatur inzwischen wohl so langsam über 30 Grad der höchste Anstieg lag schon hinter uns. Dann ging es über die den Babarossaweg erst mal wieder runter. Allerdings nicht nach Süden wo wir hinwollten, nein zurück in Richtung wo wir herkamen. Der Wanderleiter, der ja seit der letzten Tour im Packt mit dem Teufel zu stehen scheint, hatte sich diesen kleinen Abstieg zur Streuobstwiese einfallen lassen auf das der der Truppe nicht zu einfach gemacht würde. Es sollte auch Kirschbäume geben. Na prima, da geht man doch gern mal ein paar Höhenmeter rauf und runter in einer Schleife. Sollte ja auch was sein für Leute die meinen sie müssten 111km am Stück wandern, da kann man auch mal kleine Schikanen einbauen.

Dann also wieder hoch das Ganze rauf auf den Gietenkopf und dann wieder runter in Richtung Bad Frankenhausen. In Bad Frankenhausen ist bemerkenswert das der Kirchturm schief ist. Das Geld den mal wieder gerade zu rücken haben die cleveren Frankenhausener wohl lieber gespart und auf den Pisaturmeffekt gesetzt. Sie haben es für lustige Wasserspielchen und allerlei nettes Pflaster rund um das schick restaurierte Rathaus gesteckt. Alles macht einen properen Eindruck, der Aufbau Ost scheint hier funktioniert zu haben.

In der Quelle haben sich die Sprintwanderer mit der lokalen Bevölkerung vor dem Fernseher fraternisiert. Das ein erstes Tor gleich nach dem Anpfiff für Deutschland gefallen war hatte ich auf dem I-Pod schon mitgekriegt. Der Wanderleiter hatte sich zur Feier des Tages mit einer Argentinierfahne geschmückt. Doch außer den Mitwanderern sah das keiner und so kriegte er auch keine Haue.

Während wir uns stärkten fielen dann noch zwei Tore, Schland, oh Schland, na wie prima. Dass es mit der Apfelschorle für mich nicht klappte und dafür ein Alsterwasser zu viel gebracht wurde siegte die Lust über die Vernunft und das Alster schmeckte dann auch ganz gut.

Ohne unsere Fußballfreunde ging es zur Erfüllung des Wandererplansolls weiter runter zum Unstrutdurchbruch. Dort was das schnelle, billige Durchflugbier versprochen, nur leider war die Kneipe zu. So wurde die Pause kurzerhand an die Bushaltestelle verlegt und wurde dadurch noch billiger.

Bevor es wieder hoch ging stand an der Straße ein Schild nach Heldrungen 4 km für die Radfahrer. Aber wieso sollten wir denn erst um 23 Uhr dort ankommen. Es war doch erst halb zehn. Der Wanderleiter mit den Teufel im Packt schickte uns auf eine Art „ho schi min Pfad“ im Gänsemarsch einen recht steilen Berg hoch.  Zitat aus der Ausschreibung: „Dem heftig ansteigenden und stückweise recht zugewachsenen Schmückewanderweg folgen wir hoch aufs  Gebirge … Ah ja, super Idee. Nun, ich es war dann aber tatsächlich eine sehr schöne kleine Schikane die sich der Boss da hatte einfallen lassen. Im letzten Abendlicht ging es durch eine sehr schöne Landschaft, und dann runter Richtung Heldrungen zur großen Nachrast die im Ratskeller bei km 55 vorgesehen war. Aber erst galt es mal das Waldschlösslichen zum umlaufen. Eine etwas ärgerliche Schleife entstand durch Privatisierung bei der der Wanderweg mal eben gekappt wurde. Aber die Glühwürmchen waren zahlreich und begeisterten uns so, dass wir trotz der inzwischen eingetretenen Dunkelheit die Taschenlampen noch nicht einsetzten.

In Heldrungen waren dann wieder alle glücklich vereint nur wenige Minuten ( Oh jeh wir sind 7 Minuten zu spät) startete die große wichtige Nachtpause. Hier war Gelegenheit sich wahlweise mit Bandnudeln mit Waldpilzsoße oder mit Schnitzeln zu stärken die auf einer speziellen Wanderkarte angeboten wurden. Das alkoholfreie Weizen wollte nicht so recht schmecken und so schwenkte ich auf Spezi um. Am Ende waren Bandnudeln mit Waldpilzsoße, ein Weizen und zwei große Spezis verzehrt und immer noch musste man kaum mal auf Toilette außer um die Wasserflaschen zu füllen und den Schweiz so gut es ging mal etwas abzuspülen.

Durch die Nacht ging es dann durch Fahrwegen, Straßen, Rad und Feldwegen durch eine offene Landschaft nach Süden. Wie gut das in der Nacht nicht die Sonne scheint. Hier wäre es wirklich hart am Tag gewesen. So ging es aber recht gut durch die Nacht, auch wenn die Gruppe einmal unbeabsichtigt geteilt wurde und sich dann an einem Bahnübergang wieder traf. In diesem Falle waren die mitgeführten Handys dann wirklich einmal sinnvoll.

In Sömmerda waren wir zu einem recht zeitigem Frühstück in der Pension Ballhaus bei km 82 angekündigt. Gut im Plan wurde auch diese Pause erreicht und wir wurden mit einem reichlichem Frühstück verwöhnt. Vorher hatte ich kaum Hunger gehabt, aber als alles so da stand…. Am Ende hatte ich verzehrt: 4-5 helle Brötchen. Teilweise mit Thüringer Rotwurst belegt, teils mit Rührei, und ein hart gekochte Ei noch dazu, Brötchenhälften mit Marmelade und Nutella waren auch dabei. Dazu noch zwei Jogurts, mehrere Gläser Saft und ein paar Tassen Kaffee. Die 8 Euro für das Frühstücksbüffet wurden als auch in Nahrung umgesetzt. Irgendwie brauchte der Körper das jetzt scheinbar.

Weiter ging es nach erfolgter Fußpflege dann über weite Felder, durch hohes Gras teilweise entlang einer Bahnstrecke. Zum Glück war die Sonne nicht ganz so stark wie am Vortag, denn Schatten war hier Mangelware.

Das zweite Frühstück fand nach plangemäß in Stotternheim statt. Dort waren wir in einem Eiscafe. Nun gut dann eben einen Erdbeerkuchen und weil es warm ist dazu noch eine Spezi. Evi, Wanderleiter Wolfganz und ich entschieden uns für diese Kombination. Aber ich setzte dann noch mal einen obendrauf indem ich die zweite Wurst von Wanderfreund Hans direkt nach dem Kuchen noch als Ergänzungsnahrung zu mir nahm. Eine ungewöhnlichen Kombination die aber in diesem Moment ganz wunderbar passte.

Es folge nun der Teil der dem Wanderleiter nicht so recht gefiel und wo er lange nach alternativen Routen gesucht hatte. Fast schon entschuldigend war in der  Wanderbeschreibung die Rede von „für Fußgänger schwierigem Terrain“, „entlang der Neubauautobahn“, “stark frequentierter Autobahnähnlicher Umgehungsstraße“. Dann sollte man mutig die „wenig anheimelnde Mischung des Erfurter Nordens aus alter (DDR) Industriebrache, und neuen Gewerbestandorten, zersägt durch Straßen, Eisenbahnen und Hochspannungsleitungen. Wo es den Naturliebhabe graust freut sich der Stadtplaner (und rächt sich für den Streuobstwiesenschlenker). Ich fand gerade diese Mischung sehr urban und spannend. Vieles hatte der Wanderleiter vorher auch gar nicht gesehen: Das Laufhaus und das FKK Paradies mit Saunaclub, Wasserskilift und Tauchschule, eine Technodisko aus der am Sonntagmorgen noch die Bässe hämmerten. Dann war da noch ein Elektromuseum und ein sehenswerter Remamarkt und eine Altonaer Straße gab es auch, wodurch das Herz der Hamburgers gleich höher schlug.

Im Zentrum wurde es dann schnell ganz idyllisch und heimelig. Alles nett herausgeputzt und noch weit vor 13 Uhr erreichten wir den Bahnhof Erfurt. Die sehr schönen Urkunden wurden ausgeteilt und so wie es begonnen hatte so löste sich das Ganze wieder etwas unkoordiniert auf. Jeder suchte sich nach eigenen Bedürfnissen, Getränke und Nahrung für die Heimreise und kurz nach 13 Uhr gingen dann die Züge nach Berlin und in Richtung Hamburg.

So gut es ging hatte ich mich gewaschen und ein noch sauberes T-Shirt angezogen. Aber 24 Stunden schwitzen gehen nicht so einfach weg. Im ersten Zug frage jemand ob er neben mir sitzen könnte. Ich machte ihn dezent darauf aufmerksam dass er dann aber keine zu feine Nase haben sollte und er nahm von seinem Ansinnen recht schnell Abstand. Auch im ICE wurde dann der Platz neben mir durch umsetzen und Zugrestaurantbesuch meiner Nachbarin schnell frei. Ich hatte mich, ganz Gentleman gleich zu Anfang für meinen etwas strengen Geruch entschuldigt. Der Blick daraufhin auf meine Kompressionsgemaschen und einmal an mir hoch und runter war herrlich…

Insgesamt war es wieder eine tolle Veranstaltung die vom Wanderleiter Wolfgang Pagel hervorragend geplant und geleitet wurde. Einen recht herzlichen Dank noch einmal an dieser Stelle dafür. Die NON-STOP 111 Wanderung wird im nächsten Jahr fortgesetzt und wenn es möglich ist werde ich gerne wieder teilnehmen.

Sonntag, 13. Juni 2010

Gendarmenweg 2010

Wieder einmal von Padborg nach Sonderborg. Dieses Mal mit drei Frauen aus Hamburg. Verschiedenstes Wetter und viel Spaß war dabei.

Hier geht es zu den Bildern

Und Hier zu zwei kleinen Videos

5 fingers KSO Trek

Meine neuen Zehneschuhe sind agekommen. Mit Kängeruleder und Vibramsohle. Ein ganz neues Fuß und Laufgefühl. Vom ersten Eindruck her richtig klasse! Größe stimmt und anziehen war auch nicht wirklich ein Problem sondern nur erst mal ungewohnt die Zehen einzufädeln.


Erfahrungsstand Ende Juli: Die Dinger sind klasse. Gelenktigkeit ist verbessert, Füße sind kräftiger. Bis zu 20km kann ich gut am Stück damit gehen.

Hier ein Bild auf dem Georg die Teile mal versucht...

Mittwoch, 9. Juni 2010

Non-stop 111km Wanderung - Ausschreibung

Homepage der Veranstaltung
  
Bilder von der 32en Auflage in 2009

Aus der Ausschreibung:
Sonnabend, 3. Juli / Sonntag, 4. Juli 2010

Jahrgang 33:
Von Monument zu Monument


Geführte Langstreckenwanderung über 111 km

Start: 3.7.2010, 12:15 Uhr, Bhf. Berga-Kelbra
Ziel: 4.7.2010, gegen 13:00 Uhr, Erfurt Hbf
Auszeichnung: Urkunde
Verpflegung:
Selbstverpflegung; organisierte Einkehr
Startgebühr: 8,- € am Start; zusätzlich Kosten für Verpflegung und Anreise/Abreise


Voraussichtliche Wanderstrecke: Bhf. Berga-Kelbra – alter Bahndamm – Kaiserweg –
Kyffhäuserdenkmal (14 km) – Barbarossaweg – Schlacht-Bg. – Bad Frankenhausen (24 km) –
Seega (32 km / gegen 18:00 Uhr Kaffeepause) – Wipper-Durchbruch – Hainleite-Wanderweg:
Düppel (38 km), Haken-Burg (41 km); – Schmücke-Wanderweg – Wasserburg Heldrungen – Heldrungen
(53 km / gegen 22:30 Uhr Abendeinkehr) – Oberheldrungen – Harras – Hemleben
(60 km) – Schillingstedt – Bf Leubingen (71 km) – Unstrut-Radweg – Sömmerda (81 km / gegen


5:45 Uhr Frühstück) – Schallenberg (84 km) – Kranichborn (87 km) – Großrudestedt (90 km) –
Stotternheim (97 km / gegen 9:45 Uhr Zweites Frühstück) – Schwerborn (100 km) – Bf Erfurt Ost(104 km) – Nordstrand (107 km) – Erfurt Hbf (111 km / ca. 13:00 Uhr / Einkehr möglich).
Alle angegebenen Kilometer und Zeiten sind Richtwerte. Änderungen und Irrtümer sind
ausdrücklich vorbehalten! Geführte Wanderung; Wandertempo anfangs etwa 6,0 km/h, auf
ca. 5,3 km/h fallend. Kein Gepäcktransport! 



Meldung (sofern noch nicht erfolgt)
sowie Rückfragen, Rückmeldungen, Einwände an:
Wolfgang Pagel, Berliner Str. 58, 16556 Borgsdorf
Telefon: 0 33 03 / 40 31 01 oder 01 72 / 96 73 116;
e-Mail: wolfgang.pagel@email.de