Montag, 31. Dezember 2007

2007 geht - Guten Rutsch ins Jahr 2008


chicken run, ursprünglich hochgeladen von martinwalkt

Das Jahr 2007 geht.
Ich wünsche allen Bloglesern einen guten Rutsch und alle Gute im neuen Jahr.

Bilder vom diesjährigen Sivesterlauf gibt es hier.

Samstag, 29. Dezember 2007

Neues zu Lesen

Weihnachten gab es neue Bücher die ich euch nur empfehlen kann.

Magische Ziele von Wolfgang Lenzen

und

33 Tage 33 Nächte von Andreas Altmann
Von Paris nach Berlin zu Fuß und ohne Geld

und für Leute die immer mal gern nach Nepal zum Wandern wollten ein schön bebildertes Blog dazu lesen möchten der Bericht von Tati

im Blog hier in Tatis Welt

Montag, 24. Dezember 2007

Frohes Fest

Grüße aus Hamburg an alle Bloggucker

von Helga und Martin

Frohes Fest und einen guten Rutsch

...wünschen ich allen Lesern meines Blogs.

Der Untertagemarathon war einer der Höhepunkte dieses Jahres aber es gab auch viele andere schöne Veranstaltungen. Als Massenveranstaltung waren die vierdaagse wieder der Hit. Viele kleiner Veranstaltungen wie Waldhessen, Troisdorf oder die Wanderungen in Lütjensee waren aber auch ganz toll.

Der schönste Marathon für mich in diesem Jahr war das Schlaubetal. Einfach eine runde Sache unter Freunden. Die schönste privat organisierte Sache der Mauerwalk mit Bilddate EDDI und Kumpel Sumo. Eine Beziehung aus der bei den Beiden dann sogar noch mehr wurde....

Ich bin gespannt was das nächste Jahr bringen wird. Warten wir es ab.
Auf der Liste im Januar stehen:

6.1 Lütjensee 20km
11.1 Polarnacht in Berlin 50 bzw. 100km
26.1 Kohlfahrts(lauf)

Montag, 10. Dezember 2007

Sondershausen 2007 – Walken im Untergrund

Alle Bilder gibt es hier zu sehen

Die Vorgeschichte
Schon als Kind fand ich Höhlen, Stollen und in der Erde wühlen höchst interessant. Vor etwa einem Jahr im las ich einen Bericht über einen Marathon unter der Erde. Ganz außergewöhnlich sei diese Erfahrung gewesen. Eine ganz andere Welt, ein Lauf durch die Einsamkeit unter der Erde, ein Lauf zu sich selbst. Der Funken war übergesprungen, irgendwann wollte ich das auch. Im vierten Jahr meiner intensiveren sportlichen Walkingkarriere hatte ich so einige Marathons hinter mir, auch einige Ultramarathons bis zu 100 km sowie 6-Stunden Läufe waren dabei. Was sollte als nächstes kommen? Geliebäugelt hatte ich etwa mit einem 100 Meilen Marsch quer durch Holland. Die Dodentocht über 100 km, unausgeschlafen und mit hektischer Anreise, zeigte mir jedoch, dass man 100-km-Märsche nicht mal so eben nebenbei machen sollte, und dass der Sprung von 100 km zu 160 km vielleicht im Moment doch etwas gewagt wäre. Dennoch war da dieses Gefühl: Eigentlich bist du jetzt auf einem Trainingslevel, bei dem du noch etwas besonders zum Jahresabschluss machen solltest. Meine Anfrage in Sondershausen, ob es auch möglich sei, nur den Halbmarathon zu machen und ob man das Ganze auch walken dürfe, wurde positiv beantwortet. Also konnte ich es ja mal versuchen. Es gab eine klare Vorgabe: Der Halbmarathon musste in 2:45 h bewältigt sein, sonst durfte man nicht weiter machen und wurde als Halbmarathonläufer nach zwei Runden gewertet.

Die sonstigen Anforderungen:
Worum geht es beim Untertagemarathon in Sondershausen? Der Veranstalter drückt sich so aus:

Weltweit einziger Marathon in 700 Meter unter Tage
Rundkurs von 10,5 km in 700 Meter unter der Erde
stark profiliertes Gelände
Höhenunterschied je Runde 310 Meter

Und zu den Teilnahmebedingungen heißt es:
Die extremen Bedingungen unter Tage (25 Grad C und nur 30 % Luftfeuchtigkeit) fordern von den Aktiven höchste physische und psychische Leistungen. Nur sehr gut trainierte Läuferinnen und Läufer sollten sich dieser wohl härtesten Marathonstrecke stellen.

Nun sind Superlative wie „härtester Marathon“ immer zu hinterfragen und zu relativieren, aber es war schon klar, dass es keine einfache Sache sein würde, zumal ich mich ja nicht einmal als Läufer, geschweige denn als Marathonläufer, verstehe. Es gab ja aber die Möglichkeit, nach der Hälfte auszusteigen, und die Erfahrung unter Tage zu walken hätte man trotzdem gemacht. Die meisten Marathonläufer brauchen erfahrungsgemäß 45 Minuten bis zu einer Stunde länger als bei einem flachen Marathon. Mit meinen Zeiten von etwas unter 5 h für Marathons und einer Bestzeit von 2:17 h für einen flachen Halbmarathon könnte es knapp klappen, sicher war ich mir jedoch nicht, da ich die Auswirkungen der trockenen Wärme in Verbindung mit dem knackigen Profil schlecht einschätzen konnte.

Die Tage vor der Veranstaltung.
Wie selten zuvor wurde ich in der Zeit vorher nervös. Vergleichbar nur mit dem Gefühl vor dem ersten Marathonwalk in Hamburg vor vier Jahren, und vor dem ersten 100 km Marsch. Eigentlich wusste ich ja: Es geht um nichts, du kannst jederzeit aufhören, sogar mit Wertung nach dem Halbmarathon. Angst war es auch nicht. Der Gedanke, unter der Erde zu sein und mich dort zu bewegen, war etwas was mich interessierte, aber ich hatte keinerlei Bedenken, dass ich es irgendwie bedrückend, beängstigend oder monoton und langweilig finden könnte. Es war einfach der Wunsch da, es dann auch über die ganze Distanz schaffen zu wollen, wenn es doch im Rahmen der Möglichkeiten war. Also wurde drei Wochen vorher der Alkoholkonsum auf Null gesetzt und Rolltreppen und Aufzüge wurden geächtet. Stattdessen übte ich mich darin, die 5 Stockwerke zu meinem Arbeitsplatz treppenlaufend zwei Mal am Tag zu nehmen. Im Nachhinein keine blöde Idee. Zur Nervosität gesellte sich dann zwei Tage vor dem Lauf ein Kratzen im Hals. Das konnte doch nicht wahr sein! Literweise trank ich heißen Früchtetee und lutsche Halsbonbons. Viel besser wurde es nicht. Ich hatte das Training in der letzten Woche auf nahezu Null reduziert und fühlte mich einfach nur unfit und schlapp. Dennoch: Gebucht war gebucht, gezahlt war gezahlt. Jetzt hieß es nach vorne schauen und ab nach Sondershausen. Dort fand dann im Thüringer Hof das Vortreffen mit alten und neuen Freunden aus dem Forum Laufen-aktuell statt. Wie immer war es nett. Es gab Thüringer Klöße und Rouladen und ich genehmigte mir als Einschlafhilfe mehrere Radler.

Vor dem Start.

Glücklich vor der Einfahrt in den Schacht

Nach dem Frühstück in der Jugendherberge und einer unruhigen Nacht ging es zeitig zum Brügemannschacht. Recht reibungslos funktionierte die Anmeldung und Startnummernausgabe und dann ging es zum Aufzug unter Tage. Ich war ja schon vorgewarnt. Eng und ruckelig und rustikal sollte es werden. Und so war es auch. Eine Fahrstuhlfahrt in die Erde hinein ohne Licht und eng gedrängt. Unten angekommen war alles recht großzügig. Es gab eine Bar, Toiletten, eine Kegelbahn, richtige Säle unter der Erde. Immer mehr sehr sportlich aussehende Menschen mit Helmen und T-Shirts vergangener Schlachten sammelten sich. Hier gab es keine „Eltons“ die nur mal so probieren wollten, einen Marathon unter Tage zu laufen. Die Typen hier (Frauen gab es recht wenige) waren alle rank und schlank. Drahtige, muskulöse Menschen, bei denen man den Eindruck hatte: Die wissen was sie hier tun. Also mitgemischt, die enge kurze Hose in schwarz und das schwarze Funktionsshirt von Falke dazu. Wenn schon Schacht, dann auch schwarz und eng dachte ich mir. (allerdings wirken meine Ärmchen auf den Fotos jetzt auch besonders blass….)



Wir machen uns Schachtfein


Posing kurz vor dem Start

Wir hatten viel Zeit zum zurechtmachen und umherlaufen, der Bergmannskapelle zu lauschen


Die Bergmannskapelle spielt auf

und ich freute mich, dass bald der Start sein sollte. Die Erkältung war plötzlich weg, die Nervosität auch, alles war in Ordnung, jetzt sollte es einfach losgehen. Der Körper war programmiert, jetzt Leistung abzuliefern und wollte das dann auch tun.

Gleich geht´s los

Die erste Runde
Die Läuferschar formierte sich unter dem aufgeblasenen Starttor. Es wurde ein fließender Start mit Einlaufphase angekündigt. Was nun wirklich als Startzeit gelten sollte war nicht allen so richtig klar. Es wurde ein Countdown gezählt und ein Gong geläutet und alle trabten los nur, um nach ca. 500 Metern wieder kurz zu stoppen und dann, wohl dieses Mal offiziell, zu starten. Schon diese ersten Meter brachten mich zu heftigem Atmen. Es ging steil bergan. Noch mitten in der Masse der Läufer, denn ich hatte mich nicht ganz hinten anstellen können, da bei der Startaufstellung die Schnellen alle vorn standen und man von vorne nach hinten zur Aufstellung drängeln musste.

Noch in der Läuferschaar

Voll motiviert ging ich in gewohnt zügigem Tempo die ersten Steigungen an. Doch hier war nichts wie gewohnt. Es war warm, es war trocken, der Atem ging schneller als gewohnt bei dem Tempo und die Anstiege wollten einfach nicht enden. Ich sehnte mich nach der ersten Verpflegungsstation und hangelte mich dann zur nächsten. Der Atem immer noch viel schneller als sonst bei diesem Tempo. Nach ca. 5 km ein erster Pinkelstopp. Ein irres Gefühl! Der Körper wurde heiß wie nie zuvor gespürt, leckte ich über den Mund, fühlte es sich salzig an. Der Atem ging schnell. Ich hatte das Gefühl der Berg, oder besser gesagt die Unterwelt, wollte mir zeigen, wer hier die Regeln schreibt und wie klein ich Walkerwicht doch hier in den endlosen unterirdischen Gängen bin. Hatte ja niemand gesagt, dass es einfach sein würde, und ich hatte es ja gewollt.


oh, dann doch anstrengend...

Die ersten beiden schlimmen Steigungen waren irgendwann vorbei, und auf der zweiten Hälfte der ersten Runde lief es plötzlich runder. Der Atem stabilisierte sich. Die Bergabstrecken ging ich in einem Laufschritt an. Man möge es nennen wie man will. Manche nennen es „Woggen“ also eine Mischung als Walken und joggen. Eine richtige Flugphase gibt es dabei nicht, aber es rollt einfach so den Berg hinab, ganz locker plötzlich und ohne richtige Anspannung oder Anstrengung. Beim 10 km Schild versuche ich die Zeit abzulesen und kann es kaum glauben: ca. 1:10 h, das ist die Durchgangszeit für einen flachen Marathon bei mir, nicht für dieses Teil hier. Nach 10,55 km und ersten Runde bestätigt es sich: ca. 1:14 h, kalkuliert hatte ich mit 1:20 damit ich die Zwischenzeit von 2:45h beim HM schaffe.

Die zweite Runde
Ich konnte es also schaffen, ich brauchte nicht bis ans Limit zu gehen. Die Anstiege der zweiten Runde konnte ich etwas gelassener angehen. Zwar ging auch jetzt der Atem schneller wenn es bergauf ging, aber nicht mehr so extrem. Noch immer war ich in Begleitung zahlreicher anderer Läufer, allerdings wurden es langsam dann doch weniger. Die Verpflegung war sehr gut. Es gab verschiedenste Getränke und auch Obst und Rosinen. Wie mir geraten wurde, trank ich erst mal immer zwei volle Becher alle 2,5 km. Nach der dritten Pinkelpause reduzierte ich mal auf einen Becher und kam dann ohne weitere Zwischenstopps später durch. Kathrin hatte ich für diesen besonderen Marathon um ein paar Kostproben von ihrem „Hammergel“ gebeten. Normalerweise brauche ich so etwas nicht, aber dieses Mal wollte ich auf Nummer sicher gehen, dass ich nicht wegen mangelnder Energiezufuhr schwächeln würde. Bei km 15 gab es daher das erste Gel mit Bananengeschmack (lecker). Ich sollte bei 27,5 und 35 km noch eins nehmen, was ich auch tat und was gut funktioniert hat. Zusätzlich hatte ich noch kleine Salzpäckchen mit, um die ausgeschwitzten Salze etwas auszugleichen. Auf der zweiten Runde nahm ich dann auch etwas davon auf den nassen Handrücken. Auch das schien hier kein Fehler gewesen zu sein, jedenfalls schmeckte es gut und tat wohl auch gut.

Am Wegesrand...

Gegen Ende der zweiten Runde kam es zu den ersten Überrundungen. Dabei fiel mir ein älterer Läufer auf, der mich an einem steilen Anstieg überholte. Der Läufer neben mir meinte, dass dieser Herr vermutlich (wieder) gewinnen würde und dass er einen Herzschrittmacher hätte. Sachen gibt´s…

Dritte Runde.
Nach 2:33 h passierte ich zum zweiten Mal den Startbereich und konnte sicher sein, den Marathon zu Ende walken zu können. Wie schon nach der ersten Runde wurde ich vom Ansager persönlich begrüßt. Ich hatte als Anmerkung bei der Anmeldung ja angegeben, dass ich versuchen wollte diesen Marathon zu walken. Dies hatte der Ansager prompt parat und verkündigte es den anwesenden Zuschauern. Eine tolle Motivation! Nach der zweiten Runde hieß es: „Da kommt ja wieder unser Walker Martin Schmitz, der will den Marathon hier walken, und das schafft der auch, und zwar unter 5 h 30! Leute guckt euch diese Waden an, da steckt die Kraft von drei Pferden drin“… Ich musste lachen, und ging den nächsten Anstieg wieder heiter und gelassen an. Langsam kannte man die Steigungen und wusste was da kommen würde. Der Körper hatte sich an die Verhältnisse gewöhnt. Das Tempo pendelte sich so ein, dass es genau richtig war. Der Druck war weg, irgendeine Zeit erreichen zu müssen. Ich machte ab und zu Fotos im Gehen von alten Fahrzeugen oder von mir selbst. Ab und zu kam es zu Überrundungen aber diese waren sehr selten. Die Läufer wurden immer weniger. An einer Verpflegungsstation sagte man mir, dass sehr viele auch schon ausgestiegen sind. Irgendwann war mir auch ein Transporter mit mehr als 10 Läufern entgegengekommen. Das schien wohl das Untertagebesenfahrzeug gewesen zu sein. Ansonsten kümmerten sind Sanitäter mit Mountainbikes um das Wohlergehen. Bergab surrten sie schnell dahin aber an den Aufstiegen kamen sie kaum schneller als die Läufer voran.

Die vierte Runde
Nach 3:57 h passierte ich zum dritten Mal den Start- und Zielbereich und konnte immer noch freundlich in die Kameras lächeln. Wieder wurde ich vom Sprecher persönlich begrüßt. Ich fühlte mich einfach nur gut und ausgeglichen. Noch eine Runde, nur noch eine Runde, ich bedauerte es fast. Klar, an den Anstiegen wurde es noch etwas langsamer als bisher, aber es war kein Einbruch, die Beine waren einfach etwas schwer, nichts schlimmes, ganz normal eigentlich. Das war jetzt meine Runde. Jetzt kam das Gefühl, auf das ich gehofft hatte: Einfach manchmal ganz allein in dieser völlig fremden Welt zu sein. Ab und zu ein Licht, Felsen. Figuren, die auf einmal in den Felsen erscheinen. Stille, nur die eigenen Schritte und der kleine Lichtkegel der Lampe. So hatte ich es mir nach dem Bericht Kathrin aus dem Vorjahr vorgestellt. Einfach nur laufen, die eigenen Kräfte spüren, dass so etwas geht. Jetzt kommt niemand mehr von hinten. Nur noch der hintere Teil des Feldes ist noch unterwegs. Ich weiß nicht viele ausgestiegen sind, wie viele noch nach mir ankommen werden. Ist eigentlich auch egal. Dass noch einige nach mir kommen weiß ich, und jetzt bin ab und an ich es, der am Berg überholt. Die Läufer, die jetzt noch in unterwegs sind, gehen auch nur noch sehr sehr langsam an den Anstiegen. Das Überholen gibt mit Kraft und Zuversicht. Jetzt zeigt sich, dass die Walkerei bei solch einer Strecke keine ganz so schlechte Idee ist. Es gibt keinen krassen Einbruch, keine Wadenkrämpfe, die Beine spielen mit. Mehr als 10 Läufer kann ich so auf der letzten Runde noch einholen. Die Statistik hinterher bestätigt dies. Zwar bin ich auch in jeder Runde langsamer geworden (1:13/ 1:19/1:24/1:27) aber interessant fand ich die Platzierung verteilt nach Runden: Insgesamt wurde ich 204er von denen, die den Marathon beendet haben. Meine Platzierung in den einzelnen Runden war 1 Runde Platz 243. 2 Runde Platz 241. 3 Runde Platz 214 und in der 4 Runden auf Platz 178. Die Strecke hätte also nur ein paar Runden länger sein müssen….

Zieleinlauf.
Auf dem Weg ins Ziel hatte ich dann das Walkers-High-Gefühl. Einfach schön zu wissen: Ich könnte das jetzt noch eine Runde so weiter machen. Ich kann jetzt einfach mal den Berg runter rennen und dabei noch Dschingiskahn singen mit „he Leute ho Leute immer weiter…..lasst noch Wodka holen ho ho ho hoooooo denn wir sind Mongolen….. Noch mal beim Fotografen vorbei. Boris Becker Siegerfaust. Chip einscannen, und Medallie umgehängt bekommen. Der Redner erkennt mich noch ganz am Ende und begrüßt den Geher, der es jetzt auch geschafft hat. Die Frau am Sportidentstand sagt zu mir: Nicht ärgern weil der gesagt hat „Geher“ ich weiß ja das Sie Läufer sind. Umso größer ihr Erstaunen als ich ihr erklärte, dass mit dem Geher oder Walker sei für mich ein Kompliment, denn ich sei kein Läufer. Ja so schnell würde Sie gern mal laufen können wie ich das gewalkt hätte. 5:25 h war dann die Endzeit.

Gerade angekommen

Ich suchte meine Freunde. Konnte noch Ishimorie und Freundin auf dem Heimweg abpassen und fand dann eine frustrierte Kathrin vor, die mit sich, ihrem Magen, ihrer Verdauung und ihrer Zeit unzufrieden war. Dieselbe Kathrin, die mit ihrem tollen Erlebnisbericht im Vorjahr mich motiviert hatte, diesen Marathon zu walken. So unterschiedlich kann es also im Schacht sein.


Noch ein paar Erfahrungen aus diesem Marathon

Anforderungen:
Die Anforderungen sind hoch, aber zu schaffen. Wichtig ist Ausdauererfahrung und vor allem Berg- oder Treppenlauftraining. Jeder Hügel, der in der Vorbereitung hoch und runter gelaufen wird, ist gut. Jeden, den man nicht gelaufen ist, könnte man beim Untertagemarathon vermissen.

Lampe
Man muss keine Lampe mithaben, aber es ist sinnvoll. Im Gegensatz zu den Meisten hatte ich zwei Lampen, und diese beide in einem Trinkflaschenhalter vor dem Bauch befestigt. Besonders bewährt hat es sich eine kleine LED Lampe mit Clip, die ich wahlweise als Taschenlampe zum gezielten ausleuchten, oder eben angeklemmt nutzen konnte.

Die Strecke.
Der Untergrund ist stellenweise rutschig! Die Schuhe sollten ein ordentliches Profil haben. Das Gefühl ist ungefähr wie auf einer festgefahrenen und mit Sand gestreuten Schneedecke. Ab und zu gibt es da auch „eisige“ Stellen, auf denen ich unterwegs im Stollen auch Kinder schlittern spielen gesehen habe. Mit etwas Anlauf kann man freiwillig ein paar Meter gleiten, was bedeutet, dass man dies auch unfreiwillig machen kann… Es ist auch nicht auszuschließen, dass mal ein Stein oder ein Stück Stahl oder ein Zündkabel auf der Strecke liegt. Auch kann es sein, dass es mal ein Schlagloch gibt. Die Strecke ist nicht durchgehend eben und nicht durchgehend hell. Insbesondere Leute, die schon mal was an den Bändern hatten, müssen hier gut aufpassen. Auf der Strecke mal umzuknicken ist relativ leicht.

Die Verpflegung
Gute Verpflegung mit unterschiedlichen Getränken und Obst. Besonders erfrischend fand ich die Orangenschnitze. Trotzdem war es wohl kein Fehler, dieses Mal Gels zu nehmen. Ich hatte immer das Gefühl, noch gut Energie übrig zu haben. Auch nicht schlecht, etwas Salz mitzunehmen, das man unterwegs lecken kann.

Helm
Ein Billigfahrradhelm hat es bei mir voll getan. Eine gute Idee ist es, sich einen kleinen Lappen hinten in den Helm zu klemmen, der über den Nacken hängt. Das lässt sich dann schön mit Wasser zum kühlen benetzen. Habe ich ab und zu gesehen und mir vorgemerkt. An einigen Stationen gibt es Schüsseln mit Wasser an denen man sich etwas das Salz aus dem Gesicht spülen kann, was ich als angenehm und erfrischend empfand.

Organisation
Die Organisation ist prima. Alles läuft sehr professionell. Die Preise (Ein Bier ein Euro) sind 700 Meter unter der Erde mehr als zivil. Noch ein Tipp: Es gab am Stand bei der Anmeldung Honig für gerade Mal 2 Euro 50 zu kaufen. (gibt´s da Bienen unter Tage????)

Jugendherberge
Die Jugendherberge eignet sich gut zum übernachten. Wer einen Fernseher haben möchte und eigenen Sanitärbereich kann auch ein Einzelzimmer buchen, muss dies aber bei der Reservierung gleich sagen.

Der Bahnhof
Ist etwas abgelegen und hat nicht einmal einen beheizten Innenraum zum Warten. In der Nähe gibt es auch kein Cafe sondern nur eine Pizzeria mit Pizza, Cola, Fanta und Sprite. Wer also zur Bahn will und vorher noch warten muss schaut sich erst mal besser im Zentrum um.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Vor dem Start im Untergrund


Vor dem Start im Untergrund, ursprünglich hochgeladen von martinwalkt

Der Untertagemarathon in Sondershausen liegt hinter mir.
Es war einfach unterirdisch gut und ich konnte innerhalb der Zeitvorgaben den Marathon in 5h 25 gut beenden.
Ein ausführlicher Bericht folgt noch.