Montag, 31. Dezember 2007

2007 geht - Guten Rutsch ins Jahr 2008


chicken run, ursprünglich hochgeladen von martinwalkt

Das Jahr 2007 geht.
Ich wünsche allen Bloglesern einen guten Rutsch und alle Gute im neuen Jahr.

Bilder vom diesjährigen Sivesterlauf gibt es hier.

Samstag, 29. Dezember 2007

Neues zu Lesen

Weihnachten gab es neue Bücher die ich euch nur empfehlen kann.

Magische Ziele von Wolfgang Lenzen

und

33 Tage 33 Nächte von Andreas Altmann
Von Paris nach Berlin zu Fuß und ohne Geld

und für Leute die immer mal gern nach Nepal zum Wandern wollten ein schön bebildertes Blog dazu lesen möchten der Bericht von Tati

im Blog hier in Tatis Welt

Montag, 24. Dezember 2007

Frohes Fest

Grüße aus Hamburg an alle Bloggucker

von Helga und Martin

Frohes Fest und einen guten Rutsch

...wünschen ich allen Lesern meines Blogs.

Der Untertagemarathon war einer der Höhepunkte dieses Jahres aber es gab auch viele andere schöne Veranstaltungen. Als Massenveranstaltung waren die vierdaagse wieder der Hit. Viele kleiner Veranstaltungen wie Waldhessen, Troisdorf oder die Wanderungen in Lütjensee waren aber auch ganz toll.

Der schönste Marathon für mich in diesem Jahr war das Schlaubetal. Einfach eine runde Sache unter Freunden. Die schönste privat organisierte Sache der Mauerwalk mit Bilddate EDDI und Kumpel Sumo. Eine Beziehung aus der bei den Beiden dann sogar noch mehr wurde....

Ich bin gespannt was das nächste Jahr bringen wird. Warten wir es ab.
Auf der Liste im Januar stehen:

6.1 Lütjensee 20km
11.1 Polarnacht in Berlin 50 bzw. 100km
26.1 Kohlfahrts(lauf)

Montag, 10. Dezember 2007

Sondershausen 2007 – Walken im Untergrund

Alle Bilder gibt es hier zu sehen

Die Vorgeschichte
Schon als Kind fand ich Höhlen, Stollen und in der Erde wühlen höchst interessant. Vor etwa einem Jahr im las ich einen Bericht über einen Marathon unter der Erde. Ganz außergewöhnlich sei diese Erfahrung gewesen. Eine ganz andere Welt, ein Lauf durch die Einsamkeit unter der Erde, ein Lauf zu sich selbst. Der Funken war übergesprungen, irgendwann wollte ich das auch. Im vierten Jahr meiner intensiveren sportlichen Walkingkarriere hatte ich so einige Marathons hinter mir, auch einige Ultramarathons bis zu 100 km sowie 6-Stunden Läufe waren dabei. Was sollte als nächstes kommen? Geliebäugelt hatte ich etwa mit einem 100 Meilen Marsch quer durch Holland. Die Dodentocht über 100 km, unausgeschlafen und mit hektischer Anreise, zeigte mir jedoch, dass man 100-km-Märsche nicht mal so eben nebenbei machen sollte, und dass der Sprung von 100 km zu 160 km vielleicht im Moment doch etwas gewagt wäre. Dennoch war da dieses Gefühl: Eigentlich bist du jetzt auf einem Trainingslevel, bei dem du noch etwas besonders zum Jahresabschluss machen solltest. Meine Anfrage in Sondershausen, ob es auch möglich sei, nur den Halbmarathon zu machen und ob man das Ganze auch walken dürfe, wurde positiv beantwortet. Also konnte ich es ja mal versuchen. Es gab eine klare Vorgabe: Der Halbmarathon musste in 2:45 h bewältigt sein, sonst durfte man nicht weiter machen und wurde als Halbmarathonläufer nach zwei Runden gewertet.

Die sonstigen Anforderungen:
Worum geht es beim Untertagemarathon in Sondershausen? Der Veranstalter drückt sich so aus:

Weltweit einziger Marathon in 700 Meter unter Tage
Rundkurs von 10,5 km in 700 Meter unter der Erde
stark profiliertes Gelände
Höhenunterschied je Runde 310 Meter

Und zu den Teilnahmebedingungen heißt es:
Die extremen Bedingungen unter Tage (25 Grad C und nur 30 % Luftfeuchtigkeit) fordern von den Aktiven höchste physische und psychische Leistungen. Nur sehr gut trainierte Läuferinnen und Läufer sollten sich dieser wohl härtesten Marathonstrecke stellen.

Nun sind Superlative wie „härtester Marathon“ immer zu hinterfragen und zu relativieren, aber es war schon klar, dass es keine einfache Sache sein würde, zumal ich mich ja nicht einmal als Läufer, geschweige denn als Marathonläufer, verstehe. Es gab ja aber die Möglichkeit, nach der Hälfte auszusteigen, und die Erfahrung unter Tage zu walken hätte man trotzdem gemacht. Die meisten Marathonläufer brauchen erfahrungsgemäß 45 Minuten bis zu einer Stunde länger als bei einem flachen Marathon. Mit meinen Zeiten von etwas unter 5 h für Marathons und einer Bestzeit von 2:17 h für einen flachen Halbmarathon könnte es knapp klappen, sicher war ich mir jedoch nicht, da ich die Auswirkungen der trockenen Wärme in Verbindung mit dem knackigen Profil schlecht einschätzen konnte.

Die Tage vor der Veranstaltung.
Wie selten zuvor wurde ich in der Zeit vorher nervös. Vergleichbar nur mit dem Gefühl vor dem ersten Marathonwalk in Hamburg vor vier Jahren, und vor dem ersten 100 km Marsch. Eigentlich wusste ich ja: Es geht um nichts, du kannst jederzeit aufhören, sogar mit Wertung nach dem Halbmarathon. Angst war es auch nicht. Der Gedanke, unter der Erde zu sein und mich dort zu bewegen, war etwas was mich interessierte, aber ich hatte keinerlei Bedenken, dass ich es irgendwie bedrückend, beängstigend oder monoton und langweilig finden könnte. Es war einfach der Wunsch da, es dann auch über die ganze Distanz schaffen zu wollen, wenn es doch im Rahmen der Möglichkeiten war. Also wurde drei Wochen vorher der Alkoholkonsum auf Null gesetzt und Rolltreppen und Aufzüge wurden geächtet. Stattdessen übte ich mich darin, die 5 Stockwerke zu meinem Arbeitsplatz treppenlaufend zwei Mal am Tag zu nehmen. Im Nachhinein keine blöde Idee. Zur Nervosität gesellte sich dann zwei Tage vor dem Lauf ein Kratzen im Hals. Das konnte doch nicht wahr sein! Literweise trank ich heißen Früchtetee und lutsche Halsbonbons. Viel besser wurde es nicht. Ich hatte das Training in der letzten Woche auf nahezu Null reduziert und fühlte mich einfach nur unfit und schlapp. Dennoch: Gebucht war gebucht, gezahlt war gezahlt. Jetzt hieß es nach vorne schauen und ab nach Sondershausen. Dort fand dann im Thüringer Hof das Vortreffen mit alten und neuen Freunden aus dem Forum Laufen-aktuell statt. Wie immer war es nett. Es gab Thüringer Klöße und Rouladen und ich genehmigte mir als Einschlafhilfe mehrere Radler.

Vor dem Start.

Glücklich vor der Einfahrt in den Schacht

Nach dem Frühstück in der Jugendherberge und einer unruhigen Nacht ging es zeitig zum Brügemannschacht. Recht reibungslos funktionierte die Anmeldung und Startnummernausgabe und dann ging es zum Aufzug unter Tage. Ich war ja schon vorgewarnt. Eng und ruckelig und rustikal sollte es werden. Und so war es auch. Eine Fahrstuhlfahrt in die Erde hinein ohne Licht und eng gedrängt. Unten angekommen war alles recht großzügig. Es gab eine Bar, Toiletten, eine Kegelbahn, richtige Säle unter der Erde. Immer mehr sehr sportlich aussehende Menschen mit Helmen und T-Shirts vergangener Schlachten sammelten sich. Hier gab es keine „Eltons“ die nur mal so probieren wollten, einen Marathon unter Tage zu laufen. Die Typen hier (Frauen gab es recht wenige) waren alle rank und schlank. Drahtige, muskulöse Menschen, bei denen man den Eindruck hatte: Die wissen was sie hier tun. Also mitgemischt, die enge kurze Hose in schwarz und das schwarze Funktionsshirt von Falke dazu. Wenn schon Schacht, dann auch schwarz und eng dachte ich mir. (allerdings wirken meine Ärmchen auf den Fotos jetzt auch besonders blass….)



Wir machen uns Schachtfein


Posing kurz vor dem Start

Wir hatten viel Zeit zum zurechtmachen und umherlaufen, der Bergmannskapelle zu lauschen


Die Bergmannskapelle spielt auf

und ich freute mich, dass bald der Start sein sollte. Die Erkältung war plötzlich weg, die Nervosität auch, alles war in Ordnung, jetzt sollte es einfach losgehen. Der Körper war programmiert, jetzt Leistung abzuliefern und wollte das dann auch tun.

Gleich geht´s los

Die erste Runde
Die Läuferschar formierte sich unter dem aufgeblasenen Starttor. Es wurde ein fließender Start mit Einlaufphase angekündigt. Was nun wirklich als Startzeit gelten sollte war nicht allen so richtig klar. Es wurde ein Countdown gezählt und ein Gong geläutet und alle trabten los nur, um nach ca. 500 Metern wieder kurz zu stoppen und dann, wohl dieses Mal offiziell, zu starten. Schon diese ersten Meter brachten mich zu heftigem Atmen. Es ging steil bergan. Noch mitten in der Masse der Läufer, denn ich hatte mich nicht ganz hinten anstellen können, da bei der Startaufstellung die Schnellen alle vorn standen und man von vorne nach hinten zur Aufstellung drängeln musste.

Noch in der Läuferschaar

Voll motiviert ging ich in gewohnt zügigem Tempo die ersten Steigungen an. Doch hier war nichts wie gewohnt. Es war warm, es war trocken, der Atem ging schneller als gewohnt bei dem Tempo und die Anstiege wollten einfach nicht enden. Ich sehnte mich nach der ersten Verpflegungsstation und hangelte mich dann zur nächsten. Der Atem immer noch viel schneller als sonst bei diesem Tempo. Nach ca. 5 km ein erster Pinkelstopp. Ein irres Gefühl! Der Körper wurde heiß wie nie zuvor gespürt, leckte ich über den Mund, fühlte es sich salzig an. Der Atem ging schnell. Ich hatte das Gefühl der Berg, oder besser gesagt die Unterwelt, wollte mir zeigen, wer hier die Regeln schreibt und wie klein ich Walkerwicht doch hier in den endlosen unterirdischen Gängen bin. Hatte ja niemand gesagt, dass es einfach sein würde, und ich hatte es ja gewollt.


oh, dann doch anstrengend...

Die ersten beiden schlimmen Steigungen waren irgendwann vorbei, und auf der zweiten Hälfte der ersten Runde lief es plötzlich runder. Der Atem stabilisierte sich. Die Bergabstrecken ging ich in einem Laufschritt an. Man möge es nennen wie man will. Manche nennen es „Woggen“ also eine Mischung als Walken und joggen. Eine richtige Flugphase gibt es dabei nicht, aber es rollt einfach so den Berg hinab, ganz locker plötzlich und ohne richtige Anspannung oder Anstrengung. Beim 10 km Schild versuche ich die Zeit abzulesen und kann es kaum glauben: ca. 1:10 h, das ist die Durchgangszeit für einen flachen Marathon bei mir, nicht für dieses Teil hier. Nach 10,55 km und ersten Runde bestätigt es sich: ca. 1:14 h, kalkuliert hatte ich mit 1:20 damit ich die Zwischenzeit von 2:45h beim HM schaffe.

Die zweite Runde
Ich konnte es also schaffen, ich brauchte nicht bis ans Limit zu gehen. Die Anstiege der zweiten Runde konnte ich etwas gelassener angehen. Zwar ging auch jetzt der Atem schneller wenn es bergauf ging, aber nicht mehr so extrem. Noch immer war ich in Begleitung zahlreicher anderer Läufer, allerdings wurden es langsam dann doch weniger. Die Verpflegung war sehr gut. Es gab verschiedenste Getränke und auch Obst und Rosinen. Wie mir geraten wurde, trank ich erst mal immer zwei volle Becher alle 2,5 km. Nach der dritten Pinkelpause reduzierte ich mal auf einen Becher und kam dann ohne weitere Zwischenstopps später durch. Kathrin hatte ich für diesen besonderen Marathon um ein paar Kostproben von ihrem „Hammergel“ gebeten. Normalerweise brauche ich so etwas nicht, aber dieses Mal wollte ich auf Nummer sicher gehen, dass ich nicht wegen mangelnder Energiezufuhr schwächeln würde. Bei km 15 gab es daher das erste Gel mit Bananengeschmack (lecker). Ich sollte bei 27,5 und 35 km noch eins nehmen, was ich auch tat und was gut funktioniert hat. Zusätzlich hatte ich noch kleine Salzpäckchen mit, um die ausgeschwitzten Salze etwas auszugleichen. Auf der zweiten Runde nahm ich dann auch etwas davon auf den nassen Handrücken. Auch das schien hier kein Fehler gewesen zu sein, jedenfalls schmeckte es gut und tat wohl auch gut.

Am Wegesrand...

Gegen Ende der zweiten Runde kam es zu den ersten Überrundungen. Dabei fiel mir ein älterer Läufer auf, der mich an einem steilen Anstieg überholte. Der Läufer neben mir meinte, dass dieser Herr vermutlich (wieder) gewinnen würde und dass er einen Herzschrittmacher hätte. Sachen gibt´s…

Dritte Runde.
Nach 2:33 h passierte ich zum zweiten Mal den Startbereich und konnte sicher sein, den Marathon zu Ende walken zu können. Wie schon nach der ersten Runde wurde ich vom Ansager persönlich begrüßt. Ich hatte als Anmerkung bei der Anmeldung ja angegeben, dass ich versuchen wollte diesen Marathon zu walken. Dies hatte der Ansager prompt parat und verkündigte es den anwesenden Zuschauern. Eine tolle Motivation! Nach der zweiten Runde hieß es: „Da kommt ja wieder unser Walker Martin Schmitz, der will den Marathon hier walken, und das schafft der auch, und zwar unter 5 h 30! Leute guckt euch diese Waden an, da steckt die Kraft von drei Pferden drin“… Ich musste lachen, und ging den nächsten Anstieg wieder heiter und gelassen an. Langsam kannte man die Steigungen und wusste was da kommen würde. Der Körper hatte sich an die Verhältnisse gewöhnt. Das Tempo pendelte sich so ein, dass es genau richtig war. Der Druck war weg, irgendeine Zeit erreichen zu müssen. Ich machte ab und zu Fotos im Gehen von alten Fahrzeugen oder von mir selbst. Ab und zu kam es zu Überrundungen aber diese waren sehr selten. Die Läufer wurden immer weniger. An einer Verpflegungsstation sagte man mir, dass sehr viele auch schon ausgestiegen sind. Irgendwann war mir auch ein Transporter mit mehr als 10 Läufern entgegengekommen. Das schien wohl das Untertagebesenfahrzeug gewesen zu sein. Ansonsten kümmerten sind Sanitäter mit Mountainbikes um das Wohlergehen. Bergab surrten sie schnell dahin aber an den Aufstiegen kamen sie kaum schneller als die Läufer voran.

Die vierte Runde
Nach 3:57 h passierte ich zum dritten Mal den Start- und Zielbereich und konnte immer noch freundlich in die Kameras lächeln. Wieder wurde ich vom Sprecher persönlich begrüßt. Ich fühlte mich einfach nur gut und ausgeglichen. Noch eine Runde, nur noch eine Runde, ich bedauerte es fast. Klar, an den Anstiegen wurde es noch etwas langsamer als bisher, aber es war kein Einbruch, die Beine waren einfach etwas schwer, nichts schlimmes, ganz normal eigentlich. Das war jetzt meine Runde. Jetzt kam das Gefühl, auf das ich gehofft hatte: Einfach manchmal ganz allein in dieser völlig fremden Welt zu sein. Ab und zu ein Licht, Felsen. Figuren, die auf einmal in den Felsen erscheinen. Stille, nur die eigenen Schritte und der kleine Lichtkegel der Lampe. So hatte ich es mir nach dem Bericht Kathrin aus dem Vorjahr vorgestellt. Einfach nur laufen, die eigenen Kräfte spüren, dass so etwas geht. Jetzt kommt niemand mehr von hinten. Nur noch der hintere Teil des Feldes ist noch unterwegs. Ich weiß nicht viele ausgestiegen sind, wie viele noch nach mir ankommen werden. Ist eigentlich auch egal. Dass noch einige nach mir kommen weiß ich, und jetzt bin ab und an ich es, der am Berg überholt. Die Läufer, die jetzt noch in unterwegs sind, gehen auch nur noch sehr sehr langsam an den Anstiegen. Das Überholen gibt mit Kraft und Zuversicht. Jetzt zeigt sich, dass die Walkerei bei solch einer Strecke keine ganz so schlechte Idee ist. Es gibt keinen krassen Einbruch, keine Wadenkrämpfe, die Beine spielen mit. Mehr als 10 Läufer kann ich so auf der letzten Runde noch einholen. Die Statistik hinterher bestätigt dies. Zwar bin ich auch in jeder Runde langsamer geworden (1:13/ 1:19/1:24/1:27) aber interessant fand ich die Platzierung verteilt nach Runden: Insgesamt wurde ich 204er von denen, die den Marathon beendet haben. Meine Platzierung in den einzelnen Runden war 1 Runde Platz 243. 2 Runde Platz 241. 3 Runde Platz 214 und in der 4 Runden auf Platz 178. Die Strecke hätte also nur ein paar Runden länger sein müssen….

Zieleinlauf.
Auf dem Weg ins Ziel hatte ich dann das Walkers-High-Gefühl. Einfach schön zu wissen: Ich könnte das jetzt noch eine Runde so weiter machen. Ich kann jetzt einfach mal den Berg runter rennen und dabei noch Dschingiskahn singen mit „he Leute ho Leute immer weiter…..lasst noch Wodka holen ho ho ho hoooooo denn wir sind Mongolen….. Noch mal beim Fotografen vorbei. Boris Becker Siegerfaust. Chip einscannen, und Medallie umgehängt bekommen. Der Redner erkennt mich noch ganz am Ende und begrüßt den Geher, der es jetzt auch geschafft hat. Die Frau am Sportidentstand sagt zu mir: Nicht ärgern weil der gesagt hat „Geher“ ich weiß ja das Sie Läufer sind. Umso größer ihr Erstaunen als ich ihr erklärte, dass mit dem Geher oder Walker sei für mich ein Kompliment, denn ich sei kein Läufer. Ja so schnell würde Sie gern mal laufen können wie ich das gewalkt hätte. 5:25 h war dann die Endzeit.

Gerade angekommen

Ich suchte meine Freunde. Konnte noch Ishimorie und Freundin auf dem Heimweg abpassen und fand dann eine frustrierte Kathrin vor, die mit sich, ihrem Magen, ihrer Verdauung und ihrer Zeit unzufrieden war. Dieselbe Kathrin, die mit ihrem tollen Erlebnisbericht im Vorjahr mich motiviert hatte, diesen Marathon zu walken. So unterschiedlich kann es also im Schacht sein.


Noch ein paar Erfahrungen aus diesem Marathon

Anforderungen:
Die Anforderungen sind hoch, aber zu schaffen. Wichtig ist Ausdauererfahrung und vor allem Berg- oder Treppenlauftraining. Jeder Hügel, der in der Vorbereitung hoch und runter gelaufen wird, ist gut. Jeden, den man nicht gelaufen ist, könnte man beim Untertagemarathon vermissen.

Lampe
Man muss keine Lampe mithaben, aber es ist sinnvoll. Im Gegensatz zu den Meisten hatte ich zwei Lampen, und diese beide in einem Trinkflaschenhalter vor dem Bauch befestigt. Besonders bewährt hat es sich eine kleine LED Lampe mit Clip, die ich wahlweise als Taschenlampe zum gezielten ausleuchten, oder eben angeklemmt nutzen konnte.

Die Strecke.
Der Untergrund ist stellenweise rutschig! Die Schuhe sollten ein ordentliches Profil haben. Das Gefühl ist ungefähr wie auf einer festgefahrenen und mit Sand gestreuten Schneedecke. Ab und zu gibt es da auch „eisige“ Stellen, auf denen ich unterwegs im Stollen auch Kinder schlittern spielen gesehen habe. Mit etwas Anlauf kann man freiwillig ein paar Meter gleiten, was bedeutet, dass man dies auch unfreiwillig machen kann… Es ist auch nicht auszuschließen, dass mal ein Stein oder ein Stück Stahl oder ein Zündkabel auf der Strecke liegt. Auch kann es sein, dass es mal ein Schlagloch gibt. Die Strecke ist nicht durchgehend eben und nicht durchgehend hell. Insbesondere Leute, die schon mal was an den Bändern hatten, müssen hier gut aufpassen. Auf der Strecke mal umzuknicken ist relativ leicht.

Die Verpflegung
Gute Verpflegung mit unterschiedlichen Getränken und Obst. Besonders erfrischend fand ich die Orangenschnitze. Trotzdem war es wohl kein Fehler, dieses Mal Gels zu nehmen. Ich hatte immer das Gefühl, noch gut Energie übrig zu haben. Auch nicht schlecht, etwas Salz mitzunehmen, das man unterwegs lecken kann.

Helm
Ein Billigfahrradhelm hat es bei mir voll getan. Eine gute Idee ist es, sich einen kleinen Lappen hinten in den Helm zu klemmen, der über den Nacken hängt. Das lässt sich dann schön mit Wasser zum kühlen benetzen. Habe ich ab und zu gesehen und mir vorgemerkt. An einigen Stationen gibt es Schüsseln mit Wasser an denen man sich etwas das Salz aus dem Gesicht spülen kann, was ich als angenehm und erfrischend empfand.

Organisation
Die Organisation ist prima. Alles läuft sehr professionell. Die Preise (Ein Bier ein Euro) sind 700 Meter unter der Erde mehr als zivil. Noch ein Tipp: Es gab am Stand bei der Anmeldung Honig für gerade Mal 2 Euro 50 zu kaufen. (gibt´s da Bienen unter Tage????)

Jugendherberge
Die Jugendherberge eignet sich gut zum übernachten. Wer einen Fernseher haben möchte und eigenen Sanitärbereich kann auch ein Einzelzimmer buchen, muss dies aber bei der Reservierung gleich sagen.

Der Bahnhof
Ist etwas abgelegen und hat nicht einmal einen beheizten Innenraum zum Warten. In der Nähe gibt es auch kein Cafe sondern nur eine Pizzeria mit Pizza, Cola, Fanta und Sprite. Wer also zur Bahn will und vorher noch warten muss schaut sich erst mal besser im Zentrum um.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Vor dem Start im Untergrund


Vor dem Start im Untergrund, ursprünglich hochgeladen von martinwalkt

Der Untertagemarathon in Sondershausen liegt hinter mir.
Es war einfach unterirdisch gut und ich konnte innerhalb der Zeitvorgaben den Marathon in 5h 25 gut beenden.
Ein ausführlicher Bericht folgt noch.

Sonntag, 25. November 2007

Mehr Akt als Training am Wochenende


P1010064, ursprünglich hochgeladen von martinwalkt
Dieses Wochenende war ehr durch Akppastiken in Ton, als von Training dominiert. Zwar habe ich am Samstag Morgen 1,5 Stunden intensives Berglauf und walktraining im Altonaer Volkspark absolviert, aber ansonsten überwiegend mit dem kneten von Ton verbracht.
Die Bilder dieses Kurses, der an der Volkshochschule stattfand sind hier zu sehen.

Sonntag, 18. November 2007

20 + 5 km in Quickborn

25-km-Lauf-Quickborn, das heißt immer: Das Jahr ist fast vorbei, es ist November, meistens nasskalt. Fast alle anderen Laufveranstaltungen sind vorbei, und an dem Wochenende ist sonst nichts…

Wegen des 6-Stunden-Laufs in der Vorwoche mochte ich mich für Quickborn nicht voranmelden, denn eigentlich soll man ja etwas regenerieren….andererseits ist in drei Wochen auch der Untertage-Marathon, der einiges abfordern wird, und so könnte etwas Zusatztraining nicht schaden. Ich stieg also am Morgen in meinen Trabi mit der Vorstellung: Na ja machst du halt nicht zu schnell, aber einfach so als zügiger Trainingsmarsch. Walkingkumpel Horst hatte sich auch angesagt, und so hätte ich dann auch einen Partner meiner Kragenweite, mit dem ich unter 3 Stunden aber ohne echte Hetze so ca. im 7min/km Schnitt die Strecke machen könnte.

In Quickborn angekommen trudelten gerade die anderen LG-Hamburg LA Foris ein. An bekannten Gesichtern gaben sich Aireule, Adam, Tess, die Lachmöwe und Marc ein Stelldichein. Es wurde noch ein wenig rumdiskutiert,, was man nun anzieht bei diesem Wetter, und ob die Startnummer auch ja richtig schön gerade sitzt.


Sitzt die Nummer auch schön gerade?


Sitzen die Socken?

Gerade noch rechtzeitig zur „beliebten Aufwärmgymnastik“ trafen wir am Start ein. Horst gesellte sich dazu. Wieder in klassischer Jogginghose und Baumolltop. Wer ihn nicht kennt verschätzt sich leicht, was dieser nicht mehr ganz so junge Mann so drauf hat. Wir verabredeten einen 7er Schnitt, und wer mit Horst schon mal gewalkt ist, der weiß, dass das dann wie ein Uhrwerk abgespult wird.

Ganz cool vor dem Start


lustiges Aufwärmen


gleich geht´s loooooos

Am Start stellten wir uns ganz hinten auf. Hinter uns nur noch ganz bescheiden Tess und Aireule, allerdings mit der festen Absicht doch etwas schneller zu sein und nicht zu walken. Bis zum Startdurchmarsch verloren wir 30 Sekunden, wie Horst betonte. Den ersten km hatten wir das Feld noch gut im Blick. Einige wenige Läufer waren sogar hinter uns. Aber es ist eben auch eine Laufveranstaltung mit Zeitlimit 3h30, bei der von Walkern eigentlich nicht die Rede ist. Trotzdem ist man in Quickborn immer recht willkommen und wird anerkennend von den lieben Streckenposten bejubelt und angefeuert.

Km für km spulten wir im 7er Schnitt Tempo herunter. Die Strecke läuft vorwiegend auf kleinen asphaltierten Landstraßen. Manchmal geht es auch an der Autobahn entlang, aber meist ist die Gegend ganz nett, nur eben nasskalt und herbstlich. Das Tempo mit der Kalkulation 1:10 die ersten 10 km, 2:20h bei 20 km und dann noch 35 Minuten für den Rest, ist für mich ein schönes Tempo um beim Marathon unter 5h zu bleiben. Schon recht zügig, aber nicht um wirklich angestrengt aus der Puste zu kommen . Ab und an wechselte ich die Gangart in eine Art Geherschritt. Mehr federnd abgedrückt, etwas kürzer der Schritt mit leichter Hüftdrehung und die Beine fast voreinander, aber nicht wie bei den Gehern durchgestreckt. Dabei aber keine Flugphase. Ich hatte diesen Schritt beim Schlaubetalmarathon schon immer mal ausprobiert und erfolgreich eingesetzt. Irgendwie fällt das Tempo damit etwas leichter, es fühlt sich runder an, und nach oben hin ist noch etwas Luft. Immer mal wieder schaltete ich so um, ohne dabei aber zu sehr zu Beschleunigen, um unser gemeinsames Tempo durchzuziehen.


Horst unterwegs

In mir reifte mit der Zeit der Plan auf den letzten 5 km mal die legendäre Greif´sche Endbeschleunigung auszuprobieren. Bei km 17 erläuterte ich dies meinem Walkinggenossen, der nichts dagegen hatte. Bei km 20 hieß es: Dann zieh mal ab Martin.

Ich warf ein noch einen Gelchip ein und ab ging die Post. Wie im Fluge setzte ich mich kontinuierlich ab und überholte mit meinem lustigen Schritt („ das ist jetzt aber nicht mehr walken oder?“) noch den einen oder andern Läufer. Mit ca. 2:54 kam ich am Ende ins Ziel. Gegenüber meinem Kumpel Horst hatte ich auf den 5 km noch 7 Minuten gutmachen können, was zeigte, dass da noch gut Luft war. Die Zeit lag zwar jetzt ca. 2 Minuten über meiner Quickbornzeit von vor zwei Jahren, aber es war ja auch heute keine Bestzeit geplant.


Im Ziel nach 20 + 5 km


Knapp über 3h, Host ist auch da.

Die anderen Foris waren natürlich schon alle umgezogen und gestärkt. Für mich blieb erstmal nur ein Würstchen und eines der letzten Kuchenstücke.

Gerade noch rechtzeitig war ich mit dem Umziehen fertig, da war schon die Siegerehrung der Damen, bei der Lachmöwe mal wieder einen Pokal, diesmal für den 3 Platz, abgestaubt hat. Herzlichen Glückwunsch!


strahlende schnell Frauen mit Pokalen

Recht bald danach löste sich unser kleines LA- Foritreffen dann auf, der Trabi brachte mich zurück zu Frau, Frühstück und Bett und der Sonntag konnte so perfekt abgerundet werden.

Zu allen Bildern in guter Auflösung geht es hier lang

Samstag, 17. November 2007

Akt in Ton


PB060006, ursprünglich hochgeladen von martinwalkt

Mal wieder Kunst. Skulptur einer Schwangeren im 7 Monat. Herstellungszeit: 2 Stunden. Weitere Bilder hier

Montag, 12. November 2007

6 Stunden Walking in the rain mit Laufpausen.

Zur Veranstaltung
Zu Georgs Bericht

Mein Bericht:
Der Vortag 10.11.07
Mit der Bahn fahre ich am Nachmittag aus dem Sauerland über Siegen nach Köln. Im Zug Richtung Köln sehe ich die Ersten Jecken in Kostümen. Bisher dachte ich immer dass am 11.11.um 11 Uhr 11 der Karneval losgeht. Erste Lektion: Nein, man kann offensichtlich auch in den Anfang des Karnevals reinfeiern.

In Deutz holt mich mein Walkingkumpan Georg der Sumowalker im Auto ab. Nach zwei Mal über den Rhein schaffen wir es auch bis zu Jo, der uns netterweise Asyl vor dem Troisdorflauf angeboten hatte.

Recht zügig ging es dann mit drei Kindern und Mutter und „jungem Vater“ zum italienischen Inder. Das wäre zwar nicht so schick, das Essen sei aber OK und man sei Kinderfreundlich. Stimmte alles! Schon lange habe ich nicht mehr für 9 Euro 50 Pizza mit drei Bier (na ja kleine Kölsch…) bekommen und hinterher dann noch einen Averna umsonst zum runterspülen. Pizza schön fett mit ordentlich Tunfisch und Zwiebeln. Mein Zimmergenosse sollte schließlich auch was von mir in der Nacht haben.

Zuhause dann noch lustige Turnübungen mit Töchterchen. Wer schafft es beide Beine hintern den Kopf zu bekommen, die Beine völlig zu verdrehen, Brücke oder Kopfstand zu machen. Klappte alles auch nach dem vierten Kölsch noch prima. Nur beim Spagat fehlte es mir etwas an Flexibilität.

Nun ja irgendwann sind wir dann auch mal schlafen gegangen. Kurz überlegten wir noch ob wir die vielen Kabel von PC und Anlage in Jo´s Arbeitszimmer mal etwas umstecken sollten, aber das wäre ja nicht wirklich nett gewesen.

Racing day 11.11.07
Nachdem mein Wecker zufällig morgens schon etwas vor der vereinbarten Aufstehzeit klingelte konnte dann auch einer nach dem anderen duschen gehen.
Nachdem wir schon am Vorabend nicht gerade oberste Vernunft an den Tag gelegt hatten brauchten wir ja jetzt auch nicht damit anfangen. Erkältet waren Georg und ich ja beide noch ein wenig und wir wollten ja nur gemütlich „wandern“ gehen. Höchstens einen Marathon hatten wir uns vorgenommen. Zum Frühstück also nicht so ein karges Läuferfrühstück mit Toast und Honig oder so sondern drei Scheiben leckeres Schwarzbrot mit ordentlich Nutella. Dazu noch schöner Kaffee, so dass ich dann gleich mit der Tochter weitere Turn und Tanzübungen anschließen konnte. Heute Morgen stand auch noch Funkenmariechentanz auf dem Programm, was ganz prima mit uns beiden klappte.

So gegen halb neun fuhren wir dann nach Troisdorf. Recht abgelegen angrenzend an ein nicht gerade aufregendes Wohngebiet lag dann das Aggerstadion. Problemlos Parkplatz, Unterlagen und LA Freunde gefunden. Der LA Foristen wurden es bei Warten im Stadion dann immer mehr. Alte und neue Gesichter. Wie immer sehr nett in der großen LA Familie. Sogar den Laufjo konnten wir leicht finden.


Ankunft in Troisdorf


LA Gruppenbild mit Isnichmehrweit

Nach einiger Verspätung in der sich alle wir eine Herde Schafe im Stadion gedrängt hatten ging es an den Start. Ganz locker zogen wir von hinten los.

Georg war wie üblich kaum zu bremsen, obwohl wir nur wandern wollten. Statt einem Schnitt von 8,5min/km waren es wohl eher 7,5min /km. Einbrechen würde er eh noch meinte er. Nach den ersten Runden ließ ich mich ab und an etwas zurück fallen um in meinem Wohlfühltempo zu walken. Als dann aber der Laufjoe kam wollte ich dann auch mal etwas Laufen. Ging ja auch viel leichter als das blöde schnelle gelatsche. So ne Laufpause für Walkingweicheier ist schon mal OK wenn man erkältet ist meinte ich … So lief ich dann an Georg wieder ran. Wir blieben eine Weile zusammen, wechselten launige Sprüche mit den überholden Läufern und ließen den Regen auf uns niedergehen.


Wohngebiete Troisdorfs im November

Ich war ja super ausgerüstet mit langer Unterhose, mit einer speziellen Walkerschürze und der Tschibowinterkappe so dass es immer schön muckelig warm war.

Georg war immer noch auf dem Speedtrip und unser Spielchen: Georg walkt etwas vor und Martin läuft ab und an mit netten Foristen wieder ran wiederholte sich noch ein paar Mal.


Auf dem Deich

Halbzeit
Zur Halbzeit meinte Georg etwas von wegen wir hätten jetzt 25km hinter uns. Ich wollte es kaum glauben. Die Runden oder Zeiten hatten mich überhaupt nicht interessiert ich lief einfach immer nur so meine Runden. Irgendwann wurde dann Georg etwas langsamer und ich lag leicht vor. Meine Laufphasen regelte ich jetzt so: Der Damm (ca. 1 km lang)wird in der letzten Stunde immer durchgelaufen. Das brauchte zwar auch nicht mehr so viel an Tempo denn auch mein Lauftempo reduzierte sich etwas, aber war ne nette Abwechselung. Und wenn nette Endrophinjunkis vorbeikamen lief ich auch mal so ein Stück mit.


Zwischendurch regnete es auch mal heftiger...

Das Stadion
Im Stadion war immer Gaudi angesagt. Einige Fans waren immer da und jedes Mal ließ ich mir was Neues einfallen. Mal mit Piruetten über die Matten, mal rückwärts, mal im Moonwalk. Es machte einfach Spaß. Die Erkältung hatte ich im Übrigen ganz vergessen und sie mich wohl auch.


Die schäfsten Fans an der Stecke in gelb.

Die letzten Runden brachen an. Immer noch verhaarten treue Helfer und Fans am Straßenrand, denen man den größten Respekt zollen muss. Ich glaube bei dem Wetter stundenlang Rumzustehen ist deutlich anstrengender als sich zu bewegen. Ganz am Ende wollte es der Zufall dass sich noch ein hübsches Mädel für die letzten Meter fand. Patrizia und ich stoppten, zogen uns unsere Müllsackpochos über und umarmten uns unbekannterweise freudig. Ich machte ein paar Fotos die sie mit „ich seh ja doch noch ganz gut aus“ kommentierte. Das konnte ich bestätigen.


6 Stunden, und wir sehen noch gut aus!

Der Rest

Der Rest verlief dann leider etwas ungemütlich und hektisch. Durch die Mikatimingverspätung hatte ich nicht ein schöne volle Stunde um in Richtung Bahnhof aufzubrechen sondern nur 40 Minuten. Also schnell duschen, denn ich hatte nur einen Platz und nicht einen ganzen Wagen reserviert. Ein wenig Rumstehen und quatschen. Klaus (Erftwalk) war extra angereist und leider hatte ich wenig Zeit ihn näher kennen zu lernen. Das holen wir ein anders Mal nach und ich zahle dann das Bier das er uns ausgeben wollte.


In der Bahn, nicht mehr ganz so frisch...

Georg fuhr mich dann zum Bahnhof. In Köln hatte ich eine halbe Stunde zum umsteigen und fühlte mich wie im falschen Film. Mein Körper wollte, essen trinken, Regeneration und Ruhe und um mich herum tobten die Jecken durch den Bahnhof. Es wurde im Bahnhof getanzt und gesungen. Die Hälfte alle Leute im Bahnhof war irgendwie verkleidet und angetrunken. Hätte ich nicht gerade einen 6 Stunden Lauf gemacht wäre es wohl anders gewesen, aber so lief alles wie ein Film ab. Großer Vitamintrunk Tropical Dream bei Mr. Clou und dazu ein Indian Wrap. Dann noch einen großen Milchkaffee und ab zum Zug.

Die Fahrt zog sich dahin, 20 Minuten Verspätung (das sein normal zurzeit auf der Strecke) und um kurz nach 23 Uhr war ich dann zu Hause. Die Bilder des Tages gingen mir noch durch den Kopf und ich konnte erst ins Bett gehen als die Bilder aus dem Fotoapparat schon mal im PC und dann auch im Netz waren.

Zusammenfassend einige Erkenntnisse:
Ich kann auch noch leicht erkältet einen 6 Stunden Lauf machen.
Ab und an mal ne Laufpause ist auch nett, bringt aber nicht viel für das Tempo
Regen ist egal wenn man vernünftig angezogen ist.
Strecke ist egal wenn viele nette Leute vorbei kommen.
Gute Musik an der Strecke ist motivierend.
In Troisdorf werden schlammige Wege gefegt.
Es gibt Fans die 6 Stunden im Regen ausharren
Bei schlechtem Wetter tut warmer Tee und warmes Iso sehr gut.
Karneval ist eine andere Welt, besonders nach einem 6 Stunden Lauf.
Kleine Ultrainsiderveranstaltungen mit vielen LAern sind klasse.
Unter Verrückten ist verrückt sein normal.

Troisdorfer 6h Lauf


PA310016, ursprünglich hochgeladen von martinwalkt

Die Bilder sind schon online


Der Bericht folgt

Dienstag, 6. November 2007

vom Krankenlager nach Troisdorf


So habe ich die letzen Tage Verbracht....

Schnelle heftige Erkältungsattake eine Woche vor dem 6 Stunden Lauf in Troisdorf. Aber: Gebucht ist gebucht. Gewalkt wird ohne Druck zusammen mit Walkingkumpel Sumowalker. Wenn es ein Marathönchen wird ist OK, wenn nicht ist auch nicht schlimm.

Richtig hart wird es erst am 8.12
700 Meter unter der Erde....davon später mehr.

Dienstag, 23. Oktober 2007

Lieblingslaufwalkkumpaninnen


Schlaubetalmarathonlieblingslaufwalkkumpanin
Cathleen
im Oktober 2007


Waldhessensechsstundenlauflieblingslaufwalkkumpanin
Heike im Mai 2007

Troisdorfnachsechsstundenlieblingsmitankommerin
Patricia in Nov 2007

Montag, 22. Oktober 2007

Marathonparty in Eisenhüttenstadt.

Wer gleich alle Bilder sehen will vom Lauf HIER klicken
und von der Party HIER klicken


Happy schon am Start

Ja eine Party war es, ein Fest und zwar ein großes!

Der erste Schlaubetalmarathon ist Geschichte und es war großartig. Eigentlich war alles ganz wunderbar. Vieles war neu, anders und vieles auch vertraut und einfach nur so schön. Während ich tippe überlege ich wie ich das Ganze eigentlich gliedern will….

Was war nun wie?

Die Anreise
Wie meistens mit dem Zug. Kein Streiktag, das war schon mal ganz prima. Neu und toll: Abgeholtwerden vom Blinddate Erdbeerkeks am Bahnhof Eisenhüttenstadt, der so ganz anders als die Bahnhöfe in Hamburg oder Berlin ist….

Gleich hin zur Anmeldung. Wow, es gibt sogar ein T-Shirt mit „Stahlhart durch Laufen“ (im nächsten Jahr bestimmt auch ein limitierte Edition für die Walker….) Die Organisatoren voll im Stress. Das eine oder andere bekannte Gesicht, alles wuselt rum. Hin- und her-getüdel mit dem Chip während Fahrerin und Beifahrerin geduldig auf willnich und mich warten.

Dann zur Pension Sänger, in dem auch Jörg und seine willauchnicht nächtigen, sowie Käsefreund Riple.

Mit dem Wimpel vom „Stammtisch Laufen-Aktuell“ geht es pünktlich in das Toskana (die Toskana? Den Wimpel habe ich leider dort vergessen. Vielleicht stellen Sie ihn ja im nächsten Jahr für uns wieder hin. Vortreffenstimmung gut wie gewohnt bei solchen Events. Recht viele Foris sind da. Bei Pizza und Nudeln stärken wir uns alle für die Dinge, die da kommen sollen.


Kälte am Morgen


Was für ein Marathonfrühstück!

Für Morgens hatten wir uns in der Pension zu halb acht zum Frühstück verabredet. Riesige Auswahl an Aufschnitt, Käse, Salaten, Marmelade und Ei, von der wir an diesem Tag vorzugsweise den Toast mit dem selbstgeimkerten Honig verzehrten. Aber wir waren ja für zwei Nächte einquartiert….

Während wir uns dann so gegen 9 Uhr Richtung Start bewegten, machte Riple einen auf cool. Nachzulesen in seinem Bericht, was er am Ende davon hatte.

Am Start die übliche Hektik. Alles wuselt und ist irgendwie beschäftig. Es ist verdammt kalt.


Oberorganisatorin Bianka
Bianka läuft mit der Pistole rum, probiert sie ohne Vorwarnung schon mal vor der Umkleide aus, hat aber noch die Zeit für ein Foto zu posen.

Das Isnichmehrweit-Transparent wird aufgehängt, und die Foris, die gerade so rumspringen bauen sich zum Gruppenbild auf.


Issnichmehrweit bis zum Start
Einige Foris, die nicht laufen wollen, werden zu Helfern. Eine tolle Sache! Vielen Dank den helfenden Händen! (Bei anderen Veranstaltungen nennt man so was Damenprogramm!)

Ich treffe mein Blinddate Cabo, mit richtigem Namen Cathleen.

Cathleen kurz vor dem Start
Georg hatte mir schon von ihr vorgeschwärmt. Hauptsächlich wohl aus schlechtem Gewissen, weil er dann doch nicht zum Marathon an die kalte polnische Grenze sondern auf Freiersfüßen in den sonnigen Süden reisen wollte. Cabo hatte er wohl ähnlich Gutes über mich vorgeflunkert, wodurch beiderseitig ordentlich Vorschusslorbeeren verteilt waren. Da wir beide vorhatten, in ca. 7 Minuten den km zurück zu legen, blieben wir nach dem Start zusammen. Das klappte gut, wenn Cabo sich anfangs auch noch die Option offen ließ nach 10 km durchzustarten und mich alleine weiter walken zu lassen.


Begrüßungsrede

Läufermassen am Start


Startrunde
Katrin hielt als Initiatorin und Organisatorin des Marathons noch eine Rede und schon fiel der Startschuss. Statt am Ende einmal rund ums das Stadion ging es jetzt am Anfang einmal rum, was die Kilometerzählung etwas durcheinander brachte. War ein tolles Bild, wie dann Alle losgetrabt sind. Bis auf Willnich, ihre 10km Walkingkollegin und ich, die das Ganze ohne Flugphase versucht haben. (Die „Stockenten“ durften erst etwas später starten).

Aus dem Stadion raus begleitete uns sogar noch Katrin ein paar Meter laufender Weise.

Lustig schnatternd vergingen die ersten km wie im Fluge. Durch die Stadionrunde waren die ersten km etwas langsamer weil die Ausschilderung ohne Stadionrunde gestellt worden war. Das wussten wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, freuten uns dann aber am Ende umso mehr als wir ganz plötzlich ohne Runde und früher als erwartet im Ziel waren…

Immer mal wieder standen ein paar Einheimische am Wegesrand. Alle waren freundlich, feuerten uns an, grüßten und applaudierten. Vielen Dank auch dafür.


Helmut und das Besenrad
Das Besenfahrrad kam bedenklich nahe, doch unser Trupp konnte sich von der Läuferin vom 100-Marathonclub absetzen, so dass wir das Fahrrad los waren und dafür Helmut, einen local Runner in unser Team aufnahmen. Irgendwie zogen wir uns immer schön gegenseitig. Helmut meinte er wäre ohne uns langsamer, ich hatte auch oft das Gefühl, dass ich schneller walkte als ich alleine wäre. Weiter ging es durch wunderschöne Landschaften, raschelndes rotes Laub, an idyllischen Seen vorbei.

Im schönen Schlaubetal


Cabo and me on the run


Die tollsten Fans aus Kieselwitz
Dann kam der Härtetest: Fieses Kopfsteinpflaster, nass, rutschig und verdammt ungleichmäßig, dafür aber bergauf. Es wurde etwas ruhiger in unserem Grüppchen, Cabo spürte wohl auch ein leichtes Zwicken, das nicht weniger, sondern eher mehr wurde. Ihre Antworten wurden recht einsilbig. Kannte ich irgendwie von Eddi auf dem Berlinmarsch…


Km 30, kein Hammermann in Sicht

Als wir bei km 30 plötzlich festestellten, dass wir wieder voll in der Zeit waren, bei exakt 3:30, leuchteten ihre Augen aber wieder vor Freude. Die 5 h hatten wir uns bei km 20 eigentlich schon abgeschminkt, da die Zwischenzeit dort deutlich schlechter war. Auch bei km 40 immer noch super im Schnitt mit 4:40.


Eisenhüttenstadt in Sicht!

Der Anblick der Schlote von Eisenhüttenstadt, schön wie der Anblick von Santiago für die Pilger nach monatelangen Strapazen. Dann noch Schwarzbier kurz vor Schluss, auch eine Superidee, passte gut zu den Schmalzstullen an der Station davor. Überhaupt die Versorgung: Genial: Es gab einfach alles (außer warmen Tee für uns Nachzügler). Was ich nicht alles gefuttert habe: Äpfel, Bananen, Schmalzstulle, Energieriegel, dazu Wasser, Schorle, Iso, Cola, Schwarzbier….alles schön durcheinander.

Dann kam die Zielgerade, schwups schon waren wir da. Ein kleines aber feines Begrüßungskomitee nahm uns in Empfang. Bianca hängte mir persönlich meine Medallie um. Erster Walker auf der Marathondistanz mit 4:49h. Für die schwere Strecke eine Superzeit, meine zweitbeste überhaupt und die Beste in diesem Jahr. Ich wollte mir den Pokal ja auch ohne Konkurrenz ordentlich verdienen und nicht einfach so erschleichen.
Erst einmal wurde sich aber abgeknuddelt, ein wenig mehr Bier, Schoki und Bananen, Bilder machen. Willnich sagt noch: Willst du dir nicht ´ne lange Hose überziehen. Och nö dachte ich, warum denn. Nur das wärmende Fleece, das reicht schon. Dass ich dann so aussah wie ein Storch im Salat war bei der lustigsten Siegerehrung meiner Walkingkarriere war mir nicht bewusst. (Helden in Strumpfhosen…)

Ich sollte mich melden wenn ich so weit wäre für die Ehrung.....Nun gut, als ich so weit war wurde ich auf das Treppchen gebeten.

nach dem ersten Marathon


So sehen Sieger aus! (gleichzeitig auch Letzter)


Einfach nur schön, das Gefühl danach...

Nur recht wenige Fans harrten bei der Kälte noch auf dem Platz aus. Umso größer war der Spaß. Ich wurde großartig angekündigt, erklomm die verdammt hohe Bühne das verdammt hohe Treppchen und wurde förmlich mit Geschenken überhäuft. Neben einem Pokal mit Gravur gab es Wein, Blumen und als besonderes Geschenk eine CD mit Bildern von Eisenhüttenstädter Skulpturen, die ich mir vorher (wenn es keine Arbeit machen würde) gewünscht hatte. Hat am Ende den Beiden ´ne Menge Arbeit gemacht, das auch noch hinzukriegen, aber wie alles haben Sie auch das geschafft. Vielen, vielen Dank dafür!
Dann gab es sogar noch ´ne Massage. Erst etwas widerwillig, weil ungeduscht, aber nachdem ich von meinem Trabi erzählte, war auch hier das Eis gebrochen. Danke dem Massageteam!

Nun aber ab, etwas ausruhen, denn lang war es nicht mehr bis zum Sportlerball. Der ging um 19:00 los und da wollten wir dabei sein. Der erste Eindruck: Boah ist das kalt, dunkel, halbleer…na ja…ob das was wird? Ein Eindruck der sich sehr schnell ändern sollte. Erst mal was vom Spanferkel, dann ´ne lauwarme Soljanka, dazu ein Bierchen.

Das Ferkel...
Die Musik setzte ein. Der muntere Plattenaufleger meinte was von 60er, 70er und ein bisschen 80er Jahre Musik. War schon mal ein guter Ansatz. Schon bei den ersten Liedern füllte sich die Tanzfläche. Dafür braucht es im Sauerland erst mal ein paar Liter Bier und einige Stunden hocken und dumpf starren. Aber hier war man noch die Ostkultur gewohnt: Wenn Party ist, ist Party und zwar von Anfang an (glaube ich zumindest, dass das früher so war, ich war ja nicht dabei…)

Gleich wird auch die Band beginnen...
und ab geht die Party
Dann kam auch noch die Band und meinte was von Rock, den sie jetzt spielen würden. Das war Musik, wie man sie von den Jugendpartys kannte. Laut, rhythmisch, tanzbar, einfach klasse. Bis auf Rohar waren bald alle auf der Tanzfläche oder auf den Bänken. Erst meinte Roland noch: „Was ich 27 Jahre nicht gemacht habe, muss ich doch hier nicht anfangen.“ Doch dann zuckte das Bein, und etwas später und die nächsten Stunden war auch er kaum von der Tanzfläche zu kriegen. Es folgten noch einige nette Dankesreden, eine rothaarige Saxophinstin,
Federballduelle auf der Bühne,
viele Weizenbiere, viel lautes Singen. Kaum zu glauben, dass viele der Anwesenden an diesem Tag einen Marathon gelaufen waren und jetzt stundenlang tanzend und trinkend wohlauf feierten. Auch die beiden Organisatorinnen waren voll mit dabei. Alle Anstrengung und Anspannung war wie weggeblasen. Es war einfach nur schön.
Irgendwann nicht weit nach Mitternacht, aber gefühlte Uhrzeit vier Uhr Morgens, war genauso plötzlich Schluss mit Musik und Tanz, wie es angefangen hatte. Riple, willnich und ich marschierten zurück zur Pension und es ging in die Heia.
Ein weiteres reichhaltiges Frühstück, ein Spaziergang durch Eisenhüttencity und Neuzelle rundeten das Ganze am Sonntag ab. Mit Riple und Navi „Uschi“ ging es erst nach Celle und dann mit der Bahn wieder nach Hamburg.

Schlaubetal,
das kann man wirklich sagen,
war eine Reise wert.

Alle weitern Berichte und Bilder sind hier mal gesammelt zu finden